Anwendungsebenen und -felder

Partizipation von Studierenden an Hochschulen kann sich auf verschiedene Ebenen beziehen (Denker et al, 2021):

  • auf der Mikroebene: Beteiligung an der Entwicklung von Lernszenarien
  • auf der Mesoebene: Beteiligung im Rahmen von Lehrveranstaltungen
  • auf der Makroebene: Beteiligung bezogen auf Curricula, Studiengänge, Studienorganisation

In der Innovativen Lehre wird studentische Partizipation ergänzend zur Gestaltung des gesamten Hochschullebenslebens umgesetzt.

Empfehlungen zur Umsetzung

 Um Beteiligung umzusetzen, sollten nach Denker et al. (2021, S. 244) folgende, hier zusammengefasst dargestellte Prinzipien erfüllt sein:

  • Studierende werden in einem Lernprozess auf Augenhöhe als Nutzer/-innen und Gestalter/-innen angesehen.
  • Partizipation wird als Projekt- sowie als Daueraufgabe gesehen.
  • Partizipative Prozesse werden transparent und möglichst offen gestaltet.
  • Es bestehen seitens der Hochschule ausreichende Freiräume und Anreizsysteme für Studierende, um Partizipation zu ermöglichen.
  • Studierende werden zur Partizipation befähigt.
  • Partizipationsprozesse folgen dem Bottom-up-Prinzip. 


Für Ihre Umsetzung studentischer Partizipation finden Sie

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Methoden & Materialien


Tabelle 1: Übersicht zu Methoden studentischer Partizipation der Innovativen Lehre

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Methode

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Zentrale Rolle der Studierenden (nach Fink, 2021)

Zweck 

Kurzbeschreibung

Durchführungsformat

Dauer


  • Teilen von Erfahrungen
  • Einbringen von Verbesserungsideen, der Expertise aus dem Studienalltag und Visionen und Handlungsempfehlungen
  • Austausch und co-kreative Lösungsentwicklung auf Augenhöhe zwischen Studierenden und mit Lehrenden
  • Evaluation hybrider und/oder innovativer Lehr-Lernformate
  • Einbringen und Diskussion von Ideen und Argumente

„Unter aufsuchender Beteiligung versteht man das direkte Zugehen auf Menschen in ihrer alltäglichen Umgebung“ (Friesecke, 2017, S. 130). Dadurch wird es möglich mit Personen in Kontakt zu treten, welche über Veranstaltungsformate schwer bzw. gar nicht erreicht werden (Allianz Vielfältige Demokratie und Bertelsmann Stiftung, 2017).

EINZELFORMAT ;

GRUPPENFORMAT


variabel

Evaluation hybrider und/oder innovativer Lehr-Lernformate

Evaluationsbefragungen dienen der systematischen, transparenten und nachvollziehbaren Beschreibung und Bewertung von Maßnahmen oder Programmen, wie z. B. Lehrangeboten. Sie werden mittels sozialwissenschaftlicher Methoden durchgeführt (Balzer & Beywl, 2018).

variabel

Einbringen und Diskussion von Ideen und Argumente

„Das Fish-Bowl (…) ist ein Verfahren zum Austausch und zur Diskussion“ (Scholz, 2020, S. 28). Die Diskutant:innen diskutieren im Innenkreis, während die Zuhörenden in einem Außenkreis der Diskussion folgen können. Die Teilnehmenden im Außenkreis können sich an der Diskussion ebenfalls beteiligen, indem sie sich auf einen leeren Stuhl im Innenkreis setzen und ihren Beitrag einbringen (Scholz, 2020).

45-60 min

Einbringen und Diskussion von Ideen und Argumenten

Nur mit ausreichenden Informationen ist eine Beteiligung an Diskursen und Entscheidungsprozessen möglich (Birzer, 2015). Daher ist eine transparente Informationsvermittlung wichtig für gelingende Beteiligung (Raffaele & Rediger, 2021, S. 44).

variabel

  • Teilen von Erfahrungen
  • Einbringen von Verbesserungsideen, der Expertise aus dem Studienalltag und Visionen und Handlungsempfehlungen
  • Austausch und co-kreative Lösungsentwicklung auf Augenhöhe zwischen Studierenden und mit Lehrenden
  • Evaluation hybrider und/oder innovativer Lehr-Lernformate
  • Einbringen und Diskussion von Ideen und Argumenten

Hierbei handelt es sich um ein Beteiligungsformat der aufsuchenden Beteiligung, welches an frei zugänglichen und stark frequentierten Orten der Hochschule, wie z. B. dem Foyer oder vor der Mensa, stattfindet. I. d. R. handelt es sich um einen Stand, an welchem sich Studierende spontan und ohne Anmeldung einbringen können.
Das Ziel ist es, Partizipation sichtbar zu machen und eine niederschwellige Beteiligung zu ermöglichen.

variabel


  • Teilen von Erfahrungen
  • Einbringen von Verbesserungsideen, der Expertise aus dem Studienalltag und Visionen und Handlungsempfehlungen
  • Austausch und co-kreative Lösungsentwicklung auf Augenhöhe zwischen Studierenden und mit Lehrenden
  • Evaluation hybrider und/oder innovativer Lehr-Lernformate 

In einer Planungszelle erarbeitet eine Gruppe von i. d. R. zufällig ausgelosten Personen, Empfehlungen zu einer bestehenden Fragestellung. Dabei widmen sich Arbeitseinheiten je einem thematischen Schwerpunkt. Die Ergebnisse werden als Empfehlungen in einem (Bürger/-innen-)Gutachten zusammengetragen und den Entscheidungsträger:innen zur Verfügung gestellt (Dienel, 1978; nexus Institut für Kooperationsmanagement und interdisziplinäre Forschung e. V., 2021).

1-4 Tage

  • Einbringen der studentischen Perspektive
  • Mitwirken auf Augenhöhe an Entwicklung, Durchführung und Auswertung der Beteiligungsformate

Studierende, die als studentische Hilfskräfte an der Hochschule beschäftigt sind und „den digitalen Wandel an ihren Hochschulen auf verschiedenen Ebenen mitgestalten und als lmpulsgeber [und -geberinnen] und feste Ansprechpersonen seitens der Studierendenschaft fungieren“ (Fink, 2021, S. 181).

mehrere Semester

  • Teilen von Erfahrungen
  • Einbringen von Verbesserungsideen 
  • Austausch und co-kreative Lösungsentwicklung auf Augenhöhe zwischen Studierenden und mit Lehrenden
  • Evaluation hybrider und/oder innovativer Lehr-Lernformate

„In einer Zukunftswerkstatt werden unter der Beteiligung und aktiven Mitgestaltung aller Teilnehmer[:innen] kreative Ideen entwickelt und Probleme gelöst. Zu einer konkreten Fragestellung, einem spezifischen Problem oder einer Planungsaufgabe entwickeln Teilnehmer [und Teilnehmerinnen] auf Basis ihres Wissens, ihrer Vorstellungen und Ideen selbstständig und gemeinsam Visionen und Ziele, planen Projekte und Vorhaben und setzen diese anschließend aktiv um“ (Zeitler, 2014, S. 1).  

4 Std. - 5 Tage 

Quellen

Allianz Vielfältige Demokratie und Bertelsmann Stiftung. (2017). Wegweiser breite Demokratie. Argumente, Methoden, Praxisbeispiele. Verfügbar unter: https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/Projekte/Vielfaeltige_Demokratie_gestalten/Wegweiser_breite_Beteiligung_FINAL.pdf (31.10.2025)

Balzer, L. & Beywl, W. (2018). evaluiert. Erweitertes Planungsbuch für Evaluationen im Bildungsbereich (2., überarbeitete Auflage). Bern: hep verlag

Birzer, M. (2015). So geht Bürgerbeteiligung. Eine Handreichung für die kommunale Praxis (Texte der KommunalAkademie, Band 7). Bonn: Friedrich-Ebert Stiftung, Abteilung Politische Akademie, KommunalAkademie.

Denker, F., Röwert, R. & Böckel, A. (2021). Partizipative Hochschulentwicklung für den digitalen Wandel – Leitlinien des studierendenzentrierten Change Management. In Geschäftsstelle beim Stifterverband (Hrsg.), Digitalisierung in Studium und Lehre gemeinsam gestalten. Innovative Formate, Strategien und Netzwerke (S. 233–247). Wiesbaden: Springer VS. https://doi.org/10.1007/978-3-658-32849-8_14

Dienel, P. C. (1978). Die Planungszelle. Der Bürger plant seine Umwelt; eine Alternative zur Establishment-Demokratie. Opladen: Westdeutscher Verlag.

Fink, K. (2021). Studierende als Change Agents? Über die Bedeutung studentischer Partizipation für die Digitalisierung an Hochschulen. Das Hochschulwesen (HSW) - Forum für Hochschulforschung, -praxis und -politik, 5+6, 177–183.

Friesecke, F. (2017). Aktivierung von beteiligungsschwachen Gruppen in der Stadt- und Quartiersentwicklung. In H. Bauer, L. Hajasch, U. Lübking, U. Stein, R. Roth, H.-J. Sippel et al. (Hrsg.), Partizipation in der Bürgerkommune (KWI-Schriften, Bd. 10, S. 117–138). Potsdam: Universitätsverlag Potsdam. 

nexus Institut für Kooperationsmanagement und interdisziplinäre Forschung e. V. (2021). Was ist eine Planungszelle?. Verfügbar unter: https://www.planungszelle.de/planungszelle/ (31.10.2025)

Raffaele, C. & Rediger, P. (2021). Die Partizipation Studierender als Kriterium der Qualitätssicherung in Studium und Lehre. Halle-Wittenberg: Institut für Hochschulforschung (HoF) an der Martin-Luther-Universität. Verfügbar unter: https://www.hof.uni-halle.de/web/dateien/pdf/ab_117.pdf (31.10.2025)

Scholz, L. (2020). Methoden-Kiste (9.) (Thema im Unterricht). Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung. Verfügbar unter: https://www.bpb.de/shop/materialien/thema-im-unterricht/36913/methoden-kiste/ (31.10.2025)

Zeitler, K. (2014). Netzwerk Nachhaltige Bürgerkommune – Methodenübersicht Bürgerbeteiligung.

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