Vorteile und Chancen studentischer Partizipation
Auf hochschulpolitischer Ebene
Die Förderung studentischer Partizipation an der HM dient zur Umsetzung der Forderung des Wissenschaftsrats (2022) Austauschformate außerhalb der Gremien zu schaffen (Wissenschaftsrat, 2022, S. 50).
Auf Hochschulebene
Studentische Partizipation ermöglicht im ersten Schritt, Wissen und Feedback über das Erleben des aktuellen Studienalltags zu generieren. Ohne dieses Wissen aus studentischer Perspektive lassen sich Problemstellungen in Hochschullehre und -leben nicht hinreichend beschreiben und verstehen.
- Studierende nehmen in ihrem Studium kontinuierlich Belastungen, Verbesserungspotenziale und Konflikte wahr und sammeln „fortwährend organisationsrelevantes Wissen“ (Raffaele & Rediger, 2021, S. 5).
- Studentische Partizipation ermöglicht Einblicke in die Lern- und Forschungsinteressen von Studierenden.
- Durch studentische Diskursbeiträge erhalten Hochschulen zudem wertvolle Einsichten in die Erfahrungen und Bedürfnisse der Studierenden.
- Studierende sind Expert/-innen ihres Studienalltags.
Studentische Partizipation ermöglicht im zweiten Schritt, aufbauend auf studentischem Wissen und Erfahrungen Veränderungsbedarfe zu identifizieren.
- Organisationsrelevantes Wissen kann von Hochschulen gezielt für die Organisationsentwicklung genutzt werden.
- Studentische Partizipation liefert „eine komplexe Rückmeldung auf den Ertrag bestehender Lehr- und Unterstützungsangebote“ (Füchtenhans et al., 2018, S. 355).
Studentische Partizipation ermöglicht im dritten Schritt, basierend aus identifizierten Veränderungsbedarfen die Entwicklung von für die gesamte Hochschulgemeinschaft passenden Neuerungen in Hochschullehre und -leben.
Studentische Partizipation stärkt die Innovationsfähigkeit der HM, ...
- wenn Studierende, orientiert an Fink (2021), aktiv eingebunden werden als
- Feedbackgeber/-innen zu Hochschullehre und -leben,
- Diskursteilnehmer/-innen zu Problemstellungen in Hochschullehre und -leben,
- Expert/-innen und Mitschöpfer/-innen für problemlösende und weiterentwickelnde Neuerungen sowie
- als Change Agents für das Anstoßen von Veränderungsprozessen zur Verankerung von Neuerungen.
- Insbesondere gilt dies, wenn Studierende in all diesen Rollen als gleichberechtigte Partner/-innen zusammen mit Lehrenden und Mitarbeitenden in die Entwicklung von Hochschullehre und -leben eingebunden werden (s. dazu auch Wissen über studentische Partizipation).
Aus Sicht von Studierenden, Lehrenden und Mitarbeitenden
Prof. Dr. Professorin Fakultät Foto: Johanna Weber |
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"Studentische Partizipation in der Lehre ist für mich etwas, was absolut positiv ist und auch sehr erfolgreich eingesetzt wird, denn die Studierenden sind einfach motivierter, wenn sie selber mitbestimmen dürfen." |
Susann Rockstroh Wissenschaftliche Foto: Johanna Weber |
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"Also in meiner Tätigkeit als SDO habe ich eigentlich das genau die Erfahrung gemacht, die ich mir gewünscht hätte im Studium, also, dass man wirklich auf Augenhöhe Ideen und Impulse einbringen kann und diese dann auch wirklich weiterverarbeitet und berücksichtigt werden und daraus etwas Neues entsteht und aufgebaut wird, was ich total cool finde." |
Lucie Spannagl ehem. Student Foto: Johanna Weber |
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"Ich bin Teil vom NEO.Hub und da setze ich mich dafür ein, dass ihr mitreden könnt." |
Philipp Stasswender Studentisches Green Office |
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"Ich habe folgende Wünsche für studentische Beteiligung an der HM. Der erste ist, dass Partizipationsräume geschaffen werden, also Räume der Begegnung, die von Studierenden-initiativen und Projekten genutzt werden können. Der zweite Wunsch wäre, dass es eine Bestätigung, Unterstützung und Anerkennung für Studierendeninitiativen gibt, und mein dritter und letzter Wunsch wäre, dass die Studierenden mehr in die Gestaltung der Lehre und gewisser Lehrformate mit eingebunden werden." |
Studierende FK11 Teilnehmende NExpressO |
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"Was ich mir wirklich wünschen würde, ist, dass viel mehr Mut und auch Ermutigung da ist, sich zu beteiligen an den Lehrformaten und die mitzugestalten, also sowohl die Lust zu haben, das zu machen, als auch zu merken, ich habe den Raum und es ist erwünscht." |
Ceyda Taghanli Senior-Referentin Foto: Johanna Weber |
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"Durch studentische Beteiligung können innovative Ideen in die Lehre einfließen. Damit das aber gelingt, ist es wichtig, Studierenden den Raum und die Möglichkeit zu bieten, dass sie ihre Perspektiven, ihre Meinungen, ihre Erfahrungen überhaupt einbringen können. Beispielsweise durch Beteiligungsformate, durch Evaluationen und dann ist es wichtig, eine offene Haltung für diese Ideen zu haben, damit Studierende motiviert sind, weiter ihre Ideen auch mit einzubringen." |
Ceyda Taghanli Senior-Referentin Foto: Johanna Weber |
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"Durch Engagement in Gremien, in Projekten, in Beteiligungsformaten lernen Studierende zum einen Verantwortung zu übernehmen, auch Entscheidungen zu treffen, im Team zusammenzuarbeiten, ihre eigene Meinung klar darzustellen und zu positionieren und eben da auch Lösungen für zu finden, wenn es unterschiedliche Meinungen gibt. Und das sind Kompetenzen, die über das Fachliche hinausgehen und die im späteren Berufsleben aber ebenso enorm wichtig sind, wie die fachlichen Kompetenzen." |
Prof. Dr. Henrike Weiden Professorin HM Business School |
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"Ich denke, dass studentische Partizipation wichtig ist, weil Studierende, je mehr sie sich ernst genommen fühlen und je mehr sie sehen, dass sie gesehen werden als Individuen, als Lernende, dass das auch dazu führt, dass sie mehr mitnehmen aus ihrer Zeit als Studierende." |
Quellen
Fink, K. (2021). Studierende als Change Agents? Über die Bedeutung studentischer Partizipation für die Digitalisierung an Hochschulen. Das Hochschulwesen (HSW) - Forum für Hochschulforschung, -praxis und -politik, 5+6, 177–183.
Füchtenhans, S., Koch-Thiele, A., Witt, T. & Zilles, K. (2018). Förderung studentischer Partizipation am Beispiel einer hochschuldidaktischen Tagung. die hochschullehre, 4, 345–360.
Raffaele, C. & Rediger, P. (2021). Die Partizipation Studierender als Kriterium der Qualitätssicherung in Studium und Lehre. Halle-Wittenberg: Institut für Hochschulforschung (HoF) an der Martin-Luther-Universität. Verfügbar unter: https://www.hof.uni-halle.de/web/dateien/pdf/ab_117.pdf (31.10.2025)
Wissenschaftsrat. (2022). Empfehlungen zur Digitalisierung in Lehre und Studium. Köln. Verfügbar unter: https://www.wissenschaftsrat.de/download/2022/9848-22.pdf?__blob=publicationFile&v=12 https://doi.org/10.57674/SG3E-WM53 (31.10.2025)