Systematik:
Ordnung der Fagales, Familie der Juglandaceae.
Kurz und bündig:
Die echte Walnuss eist ein sommergrüner Baum der bis zu 30m hoch wird. Sie wurde vor ca. 2000 Jahren in Europa eingeführt, ursprünglich stammt sie aus Asien.
Gestalt und Gesamtbild:
Die Baumkrone der Walnuss ist rundlich mit dicken wenig verzweigten Trieben. Der Stamm ist auseinanderlaufend und im Freistand meist tief geteilt.
Blätter:
Die Fiederblätter bestehen aus 5 bis 9 Fiederblättchen, die oval geformt sind. Die Fiederblättchen sind ganzrandig und auf beiden Seiten kahl. Das Endblättchen ist etwas größer als die restlichen Blättchen. Wenn im Herbst die Blättchen abgeworfen werden, fallen als erstes die seitlichen Blätter und das Endblatt mit der Mittelrippe bleibt bis zum Schluss übrig. Auffallend sind die großen herzförmigen Blattnarben mit drei hufeisenförmigen Blattspurgruppen.
Knospen:
Die Knospen sind rundlich, graubraun und filzig behaart. Die Endknospe ist wesentlich größer als die Seitenknospen.
Blüten und Blühzeitraum:
Der Baum erreicht sein Blühalter mit 15 bis 20 Jahren. Die Blüten finden sich in Ähren und werden windbestäubt. Die Blüte der Walnuss erfolgt vor dem Blattaustrieb.
Früchte und Samen:
Die Steinfrüchte sind im Herbst reif. Sie besitzen ein hölzernes Endokarp das von einem fleischigen Mesokarp und dem häutigen grünen Exokarp umgeben wird. Die Früchte sind rund, grün und hängen in Ähren am Baum. Wenn sie reif sind platzen Meso- und Exokarp auf und geben das runzelige Endokarp mit dem ölhaltigen Samen darin frei.
Rinde:
Die Netzborke der Walnuss ist hell gräulich.
Wurzelsystem:
Der Baum bildet eine kräftige Pfahlwurzel bis Herzwurzel mit weitreichenden Seitenwurzeln aus.
Holz:
Das Holz ist halbringporig mit dunkel gefärbtem Kern.
Verbreitung, Standort und Ökologie:
Ursprünglich stammt die Walnuss aus Asien. Heute ist sie in ganz Süd- bis Mitteleuropa verbreitet und oft auf Bauernhöfen anzutreffen. Sie ist eine Lichtbaumart aber verträgt in der Jugend auch Schatten. Am besten wächst der Baum auf Kalk, er ist jedoch sehr frostempfindlich und wird in MItteleuropa regelmäßig durch Spätfröste betroffen, die das erste Laub erfrieren lassen.
Nutzung:
Die Steinfrüchte des Baumes dienen der Nahrungsversorgung. Ein Baum kann bis zu 150kg Früchte pro Jahr liefern. Aus ihnen wird auch Walnussöl hergestellt, welches zur Verfeinerung von Gerichten verwendet wird. Das Holz der Walnuss ist sehr wertvoll. Meist wird nicht nur der oberirdische Teil genutzt, sondern auch der Wurzelstock ausgegraben. Dieser Wurzelkern wird für Herstellung von teuren Messerfurnieren verwendet.
Besonderheiten:
Aus den grünen Fruchtschalen werden Arzneimittel, Gerb-, Beiz- und Färbemittel hergestellt. Auch die Blätter der Walnuss können genutzt werden. Schon im Mittelalter wurden sie in der Medizin eingesetzt da sie viel Vitamin C enthalten.
Quellen:
Bartels, Horst: Gehölzkunde: Einführung in die Dendrologie. Stuttgart: Ulmer, 1993
Roloff; Andreas: Bäume Mitteleuropas: Von Aspe bis Zirbelkiefer. Weinheim: Wiley-VHC, 2010


