- Erstellt von Unbekannter Benutzer (ga87tut), zuletzt aktualisiert von Elias Markus Eichhammer am 13. Juli 2025 Lesedauer: 4 Minute(n)
Systematik:
Ordnung: Rosales
Familie: Ulmaceae
Unterfamilie: Ulmoideae
Gattung: Ulmus
Art: Ulmus glabra
Kurz und bündig:
Sie gehört zu einer häufigen bei uns vorkommenden sommergrünen Edelholzlaubbaumart. Der einst natürliche Waldbaum ist immer mehr in den Gärten und Städten Europas zu sehen.
Gestalt und Gesamtbild:
Der Laubbaum weist einen dünnen, geraden stamm auf. Sie kann eine Wuchshöhe von bis zu 40m erreichen und einen Stammdurchmesser von etwa 2-3 m. Der Baum trägt eine ovale Krone, deren Äste tief am Stamm ansetzen.
Blätter:
An der Blattspreite der Bergulme ist eine deutliche Asymmetrie zu sehen. Der Blattrand, der verkehrt-eierförmigen Blätter, ist doppelt gesägt. Je nach Lichtverhältnissen kann es vorkommen, dass die Bergulme sogar drei Blattspitzen besitzt. Ihre Blattoberseite ist mit rauen dichten Haaren besetzt und ihre Blattunterseite fühlt sich weniger dicht behaart an. Die Blattbehaarung auf der Blattunterseite lässt jedoch mit dem Alter stark nach, bis letztendlich nur noch kleine Achselhärchen vorhanden sind. Der Blattsteil ist durch die Asymmetrie des Spreitengrundes auf einer Seite von dem Blatt überdeckt. Die jungen Triebe der Bergulme sind sehr dicht behaart. Sie könne sowohl giftgrün als auch rot gefärbt sein.
Knospen:
Die rot-braunen Knospen stehen zweizeilig am Trieb. Ein wichtiges Merkmal der jungen Knospen ist die dunkel behaarte Schuppenhülle, welche mit dem Alter immer spärlicher wird.
Blüten und Blühzeitraum:
Die Blühzeit der Bergulme erstreckt sich über die Monate März und April, gegen ende des Winters. Dabei stehen die kleinen rosafarbenen zwittrigen Blüten in dichten kurzgesteilten Büscheln. Die 4 bis Staubblätter übertrumpfen das Perigon. Die Pollen der Bergulme werden durch den Wind über große Distanzen transportiert, ohne das die Keimkraft nachlässt.
Früchte und Samen:
Ihre kurzgestielten geflügelten Nussfrüchte tragen die Samen in der Mitte dieser Frucht. Nachdem die Blüte verblüht ist, werden die Samen reif, fallen vom Baum und fangen an zu keimen.
Rinde:
Betrachtet man die braune Borke einer Bergulme, so fallen die tiefen längsrissigen Furchen auf, welche sich im Alter erst ergeben.
Wurzelsystem:
Während die Bergulme jüngeren Stadien durch eine Pfahlwurzel mit dem Bodenreich tief erschlossen wird, wird daraus in der adulten Phase ein kombiniertes Wurzelsystem aus Pfahl- und Herzwurzel.
Holz:
Betrachtet man das ringporige Holz im Stammquerschnitt, so hebt sich der hell gelbliche Splint stark vom dicken braunen Kernholz ab. Das Frühholz ist im Gegensatz zum Spätholz sehr weitlumig. Des Weiteren ist es hart, schwer relativ gut haltbar.
Verbreitung und Standort, Ökologie:
Sie gehört zu einer Laubbaumart mit hohen Standortansprüchen. So bevorzugt sie zum Beispiel nährstoffreiche, feuchte Böden. Gefährlich werden für die schattentolerante Bergulme starke Überflutungen des Erdreichs. Sie kommt in Mitteleuropa, dem Kaukasus und auch in Syrien vor, umfasst das Schwarze Meer und siedelte sich in den Gebirgen Italiens und Spaniens an. In Deutschland findet man Sie eher im Süden, da Sie eine Baumart des Hügel- und Berglandes ist. Normalerweise findet man sie verstärkt auf Standorten mit Buchenwäldern, sowie in Hangalgen und auch Schluchten.
Nutzung, Verwendung:
Damals nahm man das Holz der Bergulme zum Bau von Waffen, Kutschen, Rädern und vielen anderen gebräuchlichen Gegenständen her. Heute ist Sie aufgrund ihrer hohen Standorttoleranz ein oft eigesetzter Stadtbaum in Europa. Zudem liefert es aufgrund der schönen Maserung des Holzes Furnier für Möbel. Allerdings werden diese nur noch selten hergestellt, da die Seltenheit dieser Baumart keine groß-industriellen Produktionen mehr zulässt.
Besonderheiten (pharmakologische Verwendung, Kulinarische Verwendung, Physiologie, ...):
1992 wurde die Bergulme zum Baum des Jahres gekürt. Sie kann bis zu 500 Jahre alt werden. In der damaligen Zeit verwendete man das Laub der Ulme um Sauerkraut herzustellen und gewann aus dem Holz Mehl für die menschliche Ernährung. Des Weiteren wurde das Laub auch als Salat angerichtet oder von Ziegen und Schafen gefressen
Quellen:
(Roloff, 2006) Roloff, Andreas: Flora der Gehölze. Bestimmung, Eigenschaften und Verwendung. Stuttgart: Ulmer, 2006
(Roloff, 2010) Roloff, Andreas: Bäume Mitteleuropas. Von Aspe bis Zirbel-Kiefer. Mit den Porträts aller Bäume des Jahres von 1989 bis 2010. Weinheim: WIlEY-VCH, 2010.
(Roloff, 2015) Roloff, Andreas: Enzyklopädie der Holzgewächse. Handbuch und Atlas der Dendrologie. Sybex, 2015
(Strasburger, 2008) Bresinsky, Andreas: Strasburger. Lehrbuch der Botanik. Heidelberg: Spektrum Akademischer Vertrag, 2008

![]()

![]()

- Keine Stichwörter