Systematik:
Familie Fabaceae, Ordnung Fabales

Kurz und bündig:
Robinia pseudoacacia ist ein sommergrüner, bis zu 25 Meter hoher Baum, der über hundert Jahre alt wird. Die Robinie stammt ursprünglich aus dem östlichen Nordamerika und wurde bereits im 17. Jhd. in Mitteleuropa angesiedelt. Sie ist häufig als Park-, oder Straßenbaum zu finden.

Gestalt:
Die Robinie ist ein in den Anfangsjahren schnell wachsender, aufrechter Baum mit rundlicher bis eiförmiger Krone.

Blätter:
Die Robinie besitzt unpaarige Fiederblätter, die etwa 30 cm lang werden können und aus bis zu 23 (meist aber 7 bis 9) eiförmigen, kurz gestielten Blättchen zusammengesetzt sind. Die Blattränder sind ganzrandig, mit winziger Spitze. Auf der Blattunterseite ist eine dauerhafte Behaarung zu finden, oberseits nur anfangs fein behaart.
Besonders kennzeichnend sind die kräftigen Nebenblattdornen.

Knospen:
Die Knospen sind in einer rötlich behaarten Höhlung unter dem Blattgrund.

Blüten und Blühzeitraum:
Die Robinie blüht im Mai/ Juni ab einem Alter von etwa 20 bis 25 Jahren. Die weißen, angenehm duftenden zwittrigen Blüten sind zu 10. bis 15. in langen hängenden Trauben zusammen gefasst

Früchte und Samen:
Ungefähr 4 bis 10 dunkelbraun bis schwarze nierenförmige Samen sind in einer lederbraunen Hülse vereint. Sie werden vor allem von Tieren, aber auch vom Wind verbreitet. Die Keimung erfolgt oft erst nach einigen Jahren, wenn die Samenschale durch Mikroorganismen durchlässig gemacht wurde.

Rinde:
Die Rinde ist eine hell- bis graubraune Netzborke mit tiefen, längsverlaufenden Furchen.

Wurzelsystem:
Robinia pseudoacacia wurzelt weit und tief, in der Jugend bildet sie eine Pfahlwurzel.
Mit Hilfe des Bakteriums Rhizobium, entstehen mehrjährige Wurzelknöllchen im Rindengewebe, wodurch Luftstickstoff fixiert werden kann.

Holz:
Das ringporige Holz der Robinie mit dunkelbraunem Kern ist sehr widerstandsfähig, hart und schwer.

Verbreitung, Standort, Ökologie:
Die Robinie ist eine Licht- und Pionierbaumart. Sie ist in den sommerwarmen Gegenden der nemoralen Zone des östlichen Nordamerikas heimisch.
Sie bevorzugt einen frischen, lehmigen und kalkreichen Standort.

Nutzung:
Die Robinie dient der Befestigung von Hängen, Böschungen und Bahndämmen. Sie wird als Erstbesiedler auf Sand-, Kies- und Geröllböden eingesetzt.
Aus Robinienholz werden Werkzeugschäfte, Gartenmöbel, Pfosten und Pfähle hergestellt.

Besonderheiten:
Während Rinde, Blätter und Samen giftig sind, sind die Blüten eine nektarliefernde Bienenweide.

Quellen:
Bachhofer, Mark: Der Kosmos Baumführer. Stuttgart: Franckh-Kosmos, 2015
Bartels, Horst: Gehölzkunde: Einführung in die Dendrologie. Stuttgart: Ulmer, 1993




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