Systematik:

Ordnung: Proteales
Familie: Platanaceae


Kurz und bündig:

Die ahornblättrige Platane gehört zu den Lichtbaumarten. Sie kann unter den verschiedensten Verhältnissen wachsen, liebt aber das warme Sommerklima. Da sie unempfindlich gehen verdichtete Böden, Pflasterböden und das Stadtklima unempfindlich ist, wird sie auf allen Kontinenten als Straßenbaum angepflanzt. Sie ist außerordentlich standfest und wird auch nur selten von Krankheiten befallen. Nur im Frühjahr gibt es einen Pilz, der dafür sorgt, dass einige Triebe absterben, aber dennoch keine nachhaltigen Schäden verursacht. Von allen Straßenbäumen hat der besten Aussichten auf ein hohes Alter.


Gestalt und Gesamtbild:

Die sommergrüne Platanus acerifolia besitzt eine weit ausladende und offene Krone. Der Stamm ist auseinander- oder durchlaufend und teilweise mit vielen Auswüchsen.Die Äste wachsen im unteren Kronenbereich waagrecht, mit langen zickzackförmigen abwinkelnden Internodien. Außerdem sind die Äste unregelmäßig verteilt, schlank und orthotrop angeordnet. Sie weist eine sympodiale Verzweigung auf und wird bis zu 35m hoch.


Blätter:

Anfangs sind die Triebe blassgrün und besitzen einen lockeren weißen Filz, später werden sie mehr orangebraun. Der Blattaustrieb findet Mitte Mai statt, die Blätter sind hierbei bräunlich- graugrün sind. Die Blätter sind wechselständig angeordnet, lang gestielt und bis zu 20cm lang. Außerdem sind sie ledrig, von hellgrüner Farbe, besitzen 3-5 Lappen, wobei der mittlere Lappen genauso lang ist wie breit. Die miteinander verwachsenen Nebenblätter umschließen den Trieb kragenförmig. Die Blattstielbasis ist kegelförmig. Blattober- und Unterseite sind am Anfang mit dicht braunfilzig mit Sternhaaren besetzt, die später allerdings abfallen. Die Blätter bilden keine direkt geschlossene Fläche und orientieren sich locker zum Licht hin. Die Herbstfärbung der ahornblättrigen Platane ist gelb. Der Laubfall findet erst sehr spät statt, oft erst nach dem Vertrocknen der Blätter.


Knospen:

Die Knospen weisen eine rotbraune Farbe auf und sie eiförmig. Sie sind ca. 6-8mm groß, ihre Spitze ist etwas gebogen und sie besitzen eine große vorragende Basis. Weil sich die Knospen aber in der ausgehölten Blattstielbasis befinden, kann man sie erst nach dem Blattfall sehen. 


Blüten und Blühzeitraum:

Die Blüten der Platane sind einhäusig, aber getrenntgeschlechtlich und besitzen eine unscheinbare Blütenhülle.Die männlichen Blüten erscheinen in gestielten, grünen, kugeligen, meist 2-3 hängenden Blütenständen. Diese setzten sich dann aus zahlreichen Einzelblüten mit je 3-4 Staubblättern zusammen. Die weiblichen Blütenstände sind ebenfalls kugelig, sind allerdings karminrot überlaufen und bestehen aus zahlreichen dicht sitzenden Blüten mit je 5-9 einzelnen Fruchtknoten. Außerdem hängen meist 2-3 weibliche Blütenstände an langen Stielen. Die Blüten stehen an den Kurztrieben. Der Blühzeitraum ist im März, wobei die weiblichen Köpfchen etwas eher blühen als die männlichen.


Früchte und Samen:

Die Früchte von Platanus acerifolia sind kleine kugelige Sammelfrüchte, die aus zahlreichen, dichtstrahlig zusammenstehenden, einsamigen Nüsschen mit bleibendem Griffel bestehen. Sie bleiben den Winter über am Baum und die Samen werden beim Zerfall der Fruchtkugel durch den Wind verbreitet. Dabei dienen die steifen, aufrechten Haare, die sich am Grunde der Nüsschen befinden, als Flugorgan. Außerdem keimt die Platane epigäisch. Die Früchte sind im September und Oktober fertig ausgereift. 


Rinde:

An jungen Bäumen ist die Rinde dunkelgrau oder -braun und löst sich in großen dünnen Platten ab. Die darunter liegende junge Rinde ist weißgelblich. Sehr alten Stämme haben hingegen eine mehr rötlich- braune oder graubraune Rinde mit feinen, senkrechten Rissen und Falten. Der Abwurf des Rindenschuppen passiert meist im Sommer bei trockenem Wetter. Dabei entsteht im Schatten durch starke Transpiration ein Unterdruck, der dazu führt, dass sich der Stammumfang verringert. Dadurch kommt es zu Spannungen zwischen den Trennflächen der Schuppen und sie lösen sich vom Stamm ab.


Wurzelsystem:

Die Platane besitzt ein flachreichendes Wurzelsystem und betreibt Wurzelbrut.


Verbreitung, Standort und Ökologie:

Unter natürlichen Bedingungen ist Platanus acerifolia vor allem an Flüssen und Bächen sowie im Auenwald zu finden. Wenn sie in Kultur wächst, macht ihr extreme Trockenheit nichts aus,dennoch wächst die weitgehende winterharte Baumart am liebsten auf frischen, tiefgründigen Böden.Vermutlich stammt sie aus Südwesteuropa, wo sie wohl züchterisch entstand aus einer Kreuzung der Morgenländischen mit der Amerikanischen Platane. Es ist nicht bekannt, wo die ahornblättrige Platane natürlich und ursprünglich vorkommt.  


Nutzung und Verwendung:

Das Holz wird als Ausstattungs- und Drechslerholz und als Furnier verwendet. Hierbei gelten Furniere mit gemaserten Stammabschnitten als besonders dekorativ. Aufgrund der geringen Feuchtigkeitsansprüche, der prächtigen Krone und Rinde sowie ihrer Immissionshärte ist die Platane ein wichtiger Park- und Straßenbaum in Europa und Nordamerika. Auch als Bau- und Werkholz kann es verwendet werden und wird deswegen ebenfalls für den Möbelbau hergenommen. Hierbei stellt das feste dunkelbraune Kernholz einen Rohstoff für hochwertige Massivholzmöbel dar, das sehr helle Splintholz hingegen wird gerne und häufig für Intarsienarbeiten genutzt. 


Besonderheiten:

Eine Besonderheit ist ihre Raschwüchsigkeit, ihre große Toleranz gegen Luftverunreinigungen des städtischen Klimas aber auch gegen Schnittmaßnahmen. Außerdem ist die Vermehrung durch Stecklinge etwas Besonderes.


Quellen:

Bachofer, Mark/ Mayer, Joachim: Der Kosmos Baumführer. Stuttgart: Franckh-Kosmos Verlags GmbH & Co. KG, 2015.

Schütt, P./ Schuck, H.J./ Stimm, B.: Lexikon der Baum- und Straucharten. Das Standartwerk der Forstbotanik. Landsberg/ Lech: ecomed Verlagsgesellschaft mbH, 1992.

Bartels, Horst: Gehölzkunde. Einführung in die Dendrologie. Stuttgart: Ulmer, 1993.

Mitchell, Alan: Die Wald- und Parkbäume Europas. Ein Bestimmungsbuch. Hamburg und Berlin: Paul Parey Verlag, 1974.




















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