Systematik:
Ordnung: Pinales
Familie: Pinaceae
Art: Larix kaempferi
syn.lat.: Larix leptolepis
Kurz und bündig:
Die Japanische Lärche ist ein mittelgroßes, sommergrünes Nadelgehölz, das eine Höhe von bis zu 40 m erreicht.
Gestalt:
Die Japanische Lärche ist ein gerader, breitkroniger Baum mit kräftigen, waagerecht abstehenden, nicht überhängenden Ästen.
Blätter:
Die Blätter der Japanischen Lärche sind weich, nadelförmig, spiralförmig am Ast und in Büscheln von 20-40 Stück angeordnet. Sie sitzen an höckerartigen Kurztrieben und sind 3,5 cm lang. Die Färbung der Blätter ist bläulich-grün und unterseits mit 2 Stomatabändern versehen. Im Herbst ist das Laub goldgelb gefärbt.
Knospen:
Die Knospen sitzen kugelförmig an den Zweigen. Sie sind 3-5 mm lang, dunkelrotbraun und harzig. Sie öffnen sich von April bis Mai.
Blüten und Blühzeitraum:
Die weibliche Blüte ist eiförmig und gelblich. Die Deckschuppen haben einen schmalen purpurfarbenen Rand. Die männliche Blüte ist walzen- bis eiförmig, eher klein und gelblich. Sie blühen von März bis Mai.
Früchte und Samen:
Die Zapfen der Japanischen Lärche sind bis 35 mm lang mit je 30 - 40 Samenschuppen. Diese sind bei der Reife deutlich rückwärts gebogen. Dadurch erscheint der Zapfen rosettenartig. Die unreifen Zapfen haben violette Borsten mit einer grünen Mittelrippe. Die Samen sind dünnschalig und können leicht mit dem Daumennagel zerdrückt werden. Die leeren Zapfen bleiben oft bis zu 3 Jahre am Baum.
Rinde:
Die jungen Zweige sind violett-rötlich, gefurcht und oft bereift. Im Alter zeigt sich eine rot-braune bis grau-braune, tief gefurchte Schuppenborke.
Wurzelsystem:
Die Japanische Lärche entwickelt auf feuchten Böden ein bis zu 2,5 m tiefes Wurzelsystem und auf trockenen, flachen und felsigen Böden ein eher oberflächliches System aus. Die Wurzeln bieten dank eines robusten Wurzelkerns eine feste Verankerung im Boden.
Holz:
Das Holz der Japanischen Lärche ähnelt sehr dem der Europäischen Lärche. Das Holz ist langlebig und von guter Qualität. Es hat eine gute Festigkeit und hohe Widerstandsfähigkeit gegen den Verfall. Das Kernholz ist rötlich-braun mit einem gelblichen Splintholz. Unter den Koniferen hat die japanische Lärche den kleinsten Splintholzanteil und dadurch eine gute Biegefestigkeit.
Verbreitung, Standort, Ökologie:
Die Japanische Lärche ist in den Gebirgen Japans beheimatet und aufgrund der Küstennähe an ein ozeanisch beeinflusstes Klima angepasst. Die Baumart wurde 1861 in Europa eingeführt. Sie wächst in küstennahen Lagen Mitteleuropas und in Großbritannien als wüchsige, relativ anspruchslose Holzart. Die Japanische Lärche ist winterhart, jedoch bei Dürre und Spätfrost gefährdet. Aufgrund des Wurzelsystems hat das Gehölz eine hohe Windstabilität, was die Besiedlung offener und karger Standorte ermöglicht.
Nutzung:
Das Holz der Japanischen Lärche ist wirtschaftlich sehr wichtig. Die Art wird in Japan, Nordamerika und in Europa auf Plantagen bewirtschaftet und forstwirtschaftlich genutzt. Das Holz wird insbesondere zur Herstellung von Masten, Schwellen, Furnieren, Treppen, Türen, für den Innenausbau und für Außenverkleidungen verwendet.
Besonderheiten:
Die Japanische Lärche ist resistent gegen den vorherrschenden Lärchenkrebs. Zusammen mit der Europäischen Lärche kann sich ein Hybrid bilden. Dieser Hybrid “Dunkeld larch” Larix × eurolepis ist aus der Sicht der Forstpflanzenzucht sehr vielversprechend, da er in vielen Aspekten, wie Wachstum, Stammform und Holzqualität den Elternpflanzen überlegen ist. Diese besondere Eigenschaft hat Züchter in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts dazu veranlasst, mehrere Zuchtprogramme zur Auswahl von Hybriden mit unterschiedlichen Merkmalen und Resistenzen für forstwirtschaftliche Zwecke zu entwickeln.
Quellen:
Bartels, H.(1993) Gehölzkunde: Einführung in die Dendrologie. Stuttgart: Ulmer
Spohn, M. & Spohn, R. (2020) Kosmos- Naturführer: Welcher Baum ist das?. Franckh-Kosmos
Schmidt, P., Schulz, B. & Hecker, U. (2017) Fitschen - Gehölzflora: Ein Buch zum Bestimmen der in Mitteleuropa wild wachsenden und angepflanzten Bäume und Sträucher 13. Auflage. Quelle & Meyer Verlag GmbH & Co.
GBIF. (besucht am 11.06.2024). Larix kaempferi (Lamb.) Carrière. https://www.gbif.org/species/2686157
Caudullo, G. & Nakada, R. (besucht am 01.07.2024). Enzyklopädie der Holzgewächse. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.1002/9783527678518.ehg2017003
Schütt, P. Schuck, H.J. & Stimm, B. (2013). Lexikon Der Baum- und Straucharten Das Standardwerk der Forstbotanik 2. Auflage. WILEY-VCH Verlag
