Systematik:

Ordnung: Crossosomatales

Familie: Staphyleaceae

Art: Staphylea pinnata


Kurz und bündig:

Die Gemeine Pimpernuss ist ein markant weiß blühender und sommergrüner Strauch von 1 bis 3 m Höhe, selten auch ein Baum bis zu 5 m Höhe.



Gestalt:

Der Strauch wächst aufrecht und ist gabelig verzweigt mit nur wenig abstehenden braunen Ästen. Im unteren Bereich ist er meist kahl.



Blätter:

Die Blätter bestehen aus fünf elliptischen, 5-10 cm langen Fiederblättchen. Sie sind gegenständig angeordnet und der Rand ist scharf gesägt.


Knospen:

Die Winterknospen stehen paarig an der Zweigspitze. Sie sind breit-eiförmig und ca. 8 mm lang. Die vom Zweig seitlich abstehenden Seitenknospen sind spitz-eiförmig und mit bis zu 4 mm deutlich kürzer. Die Knospen sind von 2 verwachsenen Schuppen umhüllt.

Blüten und Blühzeitraum:

Die Zwitterblüten sind 1 cm lang, weiß und glockenartig. Sie bilden auffällige, endständige bis zu 12 cm lange, hängende Rispen am Ende junger Triebe. Die Blütezeit ist von Mai bis Juni.



Früchte und Samen:

Die Gemeine Pimpernuss bildet eine 3 bis 4 cm lange, charakteristisch kugelige, pergamentartig blasig aufgetriebene Kapsel. Die Farbe der Kapsel ist gelbgrün und hängt an einem 15 mm langen Stiel. An der Unterseite befinden sich 2 oder 3 kleine Spitzen. In der Kapsel reifen zwei oder drei glänzend braune Samen. Bei Wind klappern die reifen Samen in der Schale. Die Reifezeit der Früchte ist von September bis Oktober.


Rinde:

Der Stamm bildet keine Borke, sondern eine mit hell- und dunkelgrauen Längsstreifen versehene Rinde. Diese besitzt keine Bastfasern und bildet keine Jahrringe. Die Zweige sind grün bis braunrot und glänzend.


Wurzelsystem:

Die Gemeine Pimpernuss bildet eine Herzwurzel aus.


Holz:

Die Gemeine Pimpernuss hat hartes, schwer spaltbares Holz. Es ist zerstreutporig und hat eine matt gelblich-weiße Färbung ohne Kernfärbung. Das Holz schwindet nur wenig.



Verbreitung, Standort, Ökologie:

In Europa kommt von den verschiedenen Arten nur die Gemeine Pimpernuss vor. Die natürliche Verbreitung ist von den Westalpen bis zu den Karpaten und nördlich bis an den Main. Sie wächst meist in sonnig warmen, trockenen Berglagen auf kalkigen Böden. Die Gemeine Pimpernuss ist ein Frostkeimer.


Nutzung:

In Mitteleuropa wird die Gemeine Pimpernuss aufgrund ihrer imposanten Blasenfrüchte als Zierstrauch gepflanzt. Aus den Samenkörnern, die dem Geschmack einer Pistazie ähneln, wird im Bayerischen Wald der Pimpernusslikör hergestellt. Ansonsten unterliegt das Gehölz keiner planmäßigen Nutzung oder wirtschaftlichen Bedeutung. Das Holz ist recht hart und eignet sich daher gut für Drechselarbeiten und für die Kunsttischlerei. Es wird auch zur Herstellung von Blasinstrumenten und Werkzeugen verwendet.



Besonderheiten:

Die Gemeine Pimpernuss ist in der roten Liste für Deutschland als “gefährdet” eingestuft.

Kennzeichnend für die Gemeine Pimpernuss sind die lampionartigen, gelbgrünen Kapselfrüchte, deren reife Samen sich bei Wind in der Frucht bewegen und “klappern”. Für diesen Begriff stand im Mittelhochdeutschen das Wort „pimpern“, was den deutschen Namen „Pimpernuss“ gleich „Klappernuss“ erklärt.

Einem alten Aberglauben zufolge bringen die Samen Glück. Bis heute tragen Menschen ein “Glücksnüsschen” im Geldbeutel.


Quellen:


Spohn, M. & Spohn, R. (2020) Kosmos- Naturführer: Welcher Baum ist das?. Franckh-Kosmos

Schulz, B. (2019) Knospen und Zweige Ulmers Taschenatlas. Ulmer Eugen Verlag

Schmidt, P., Schulz, B. & Hecker, U. (2017) Fitschen - Gehölzflora: Ein Buch zum Bestimmen der in Mitteleuropa wild wachsenden und angepflanzten Bäume und Sträucher 13. Auflage. Quelle & Meyer Verlag GmbH & Co.

GBIF. (besucht am 11.06.2024). Staphylea pinnata L. https://www.gbif.org/species/3686235

Schütt, P. & Lang, U. (besucht am 03.07.2024). Enzyklopädie der Holzgewächse. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.1002/9783527678518.ehg2002032

Schütt, P. Schuck, H.J. & Stimm, B. (2013). Lexikon Der Baum- und Straucharten Das Standardwerk der Forstbotanik 2. Auflage. WILEY-VCH Verlag

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