Systematik:

Ordnung: Rosales

Familie: Rosaceae    

Art: Sorbus intermedia

syn.de.: Oxelbeere


Kurz und bündig:

Die Schwedische Mehlbeere ist meistens ein sommergrüner Strauch oder ein bis zu 15 m hoher Baum. Selten wird eine Höhe von 20 m erreicht.



Gestalt:

Die Schwedische Mehlbeere hat einen ebenmäßigen Wuchs mit wolligen jungen Trieben und einer ovalen oder kugeligen Krone.



Blätter:

Die Blätter wirken recht derb und ledrig. Die Blattspreite ist elliptisch-eiförmig, 6 bis 10 cm lang und bis zu 7 cm breit. Die Blattoberseite ist kräftig grün, die 10 bis 14 Nervenpaare sind deutlich sichtbar. Die Blattunterseite ist mit hellem, wolligem Filz überzogen. Das Blatt hat 4-5 Lappenpaare und der Blattrand ist stumpf gekerbt. Die Lappen sind unregelmäßig gesägt. Die Blätter verfärben sich im Herbst gelb bis hellrot.


Knospen:

Die Knospen der Schwedischen Mehlbeere sind länglich-oval und stumpf, grün mit braunem Schuppenrand. Die Knospen sind zur Spitze hin leicht behaart.


Blüten und Blühzeitraum:

Die weißen, etwa 2 cm großen Blüten stehen in einer 8 bis 12 cm breiten, endständigen Schirmrispe. Die Blütezeit ist von Mai bis Juni.



Früchte und Samen:

Die Fruchtart ist ein Kernapfel. Dieser ist 10 bis 15 mm groß, kugelig und scharlachrot bis orangerot. Das Fruchtfleisch hat eine gelblich mehlige Textur. Die Früchte reifen im September bis Oktober und enthalten meist 2 Samen. Die Frucht ist im rohen Zustand schwach giftig, aber gekocht essbar.



Rinde:

Die Rinde junger Bäume ist gelb bis graubraun und bleibt lange glatt, erst bei älteren Bäumen bildet sich eine graue bis schwärzliche längsrissige Borke.


Wurzelsystem:

Es entsteht ein tiefes Herzwurzelsystem.



Holz:

Das Holz ist halbringporig. Die makroskopische Struktur ist sehr homogen. Der Splint ist weiß bis leicht rötlich, der Kern ist gestreift und braunrot.



Verbreitung, Standort, Ökologie:

Die Schwedische Mehlbeere ist im südlichen Skandinavien verbreitet und in Norddeutschland verwildert. Sie ist eine anspruchslose Art, die kalkige Standorte bevorzugt, jedoch auch auf mageren, sandigen oder trockenen Böden wächst. Es handelt sich um eine natürliche Kreuzung aus der Echten Mehlbeere, der Eberesche und der Elsbeere.


Nutzung:

Die Schwedische Mehlbeere ist wegen ihrer attraktiven Früchte und der schönen Krone häufig in Parks, an Straßen und in Hecken zu finden und gehört zu den wichtigsten Baumarten in der Landschaftsarchitektur. Sie kommt insbesondere als Windschutzhecke zum Einsatz und vermag in besonderem Maße Luft zu filtern sowie Staubpartikel zu binden. Der Einsatz als Windschutzstreifen ist z. B. eindrucksvoll auf der Insel Helgoland zu beobachten.

Aus dem Holz werden Zollstöcke sowie Bowlingkegel und -kugeln hergestellt.



Besonderheiten:

Die Schwedische Mehlbeere ist eine der windbeständigsten Arten überhaupt. Sie ist außerdem eine Pollen- und Nektarquelle für Bienen.



Quellen:

Bartels, H.(1993) Gehölzkunde: Einführung in die Dendrologie. Stuttgart: Ulmer

Spohn, M. & Spohn, R. (2020) Kosmos- Naturführer: Welcher Baum ist das?. Franckh-Kosmos

Schulz, B. (2019) Knospen und Zweige Ulmers Taschenatlas. Ulmer Eugen Verlag

Schmidt, P., Schulz, B. & Hecker, U. (2017) Fitschen - Gehölzflora: Ein Buch zum Bestimmen der in Mitteleuropa wild wachsenden und angepflanzten Bäume und Sträucher 13. Auflage. Quelle & Meyer Verlag GmbH & Co.

GBIF. (besucht am 11.06.2024). Sorbus intermedia (Ehrh.) Pers. https://www.gbif.org/species/3012254

Heidecke, C. & Pietzarka, U. (besucht am 03.07.2024). Enzyklopädie der Holzgewächse. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.1002/9783527678518.ehg2006002

Schütt, P. Schuck, H.J. & Stimm, B. (2013). Lexikon Der Baum- und Straucharten Das Standardwerk der Forstbotanik 2. Auflage. WILEY-VCH Verlag

Lohmann, M. (1994). Bäume und Sträucher Bestimmen auf einen Blick 2. Auflage. BLV Verlagsgesellschaft mbH München

Maier, J. (besucht am 23.07.2024). Enzyklopädie der Holzgewächse. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.1002/9783527678518.ehg1994018?saml_referrer=

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