Systematik:
Ordnung: Rosales
Familie: Rhamnaceae
Art: Rhamnus cathartica
syn.lat.: Rhamnus catharticus
syn.de.: Purgier-Kreuzdorn
Kurz und bündig:
Der Purgier-Kreuzdorn ist ein sommergrüner, langsam wachsender, 2 bis 3 m hoher, sperriger Strauch oder kleiner Baum.
Gestalt:
Der Purgie-Kreuzdorn hat eine unregelmäßige, sperrige, rundliche Krone mit kreuz-gegenständig verzweigten Sprossen, die häufig in Langtriebdornen enden. Die Äste strecken sich waagerecht nach außen.
Blätter:
Die Blätter des Purgie-Kreuzdorns sind wechselständig und breit-elliptisch bis eiförmig, die Blattspreite ist 4 bis 7cm lang. Der Blattrand ist kerbig bis fein gesägt. Die Blattoberseite ist glatt-grün, die Unterseite hellgrün, kahl, mit jeweils 2 bis 3 auffallend bogig verlaufenden Seitennerven.
Knospen:
Die Knospen sind um die 8 mm lang, dunkelbraun, schmal-eiförmig, anliegend, spitz und zum Trieb gebogen. Die glänzenden Triebe enden meist mit einem Dorn. Sie verzweigen sich dann sympodial.
Blüten und Blühzeitraum:
Die Blüten erscheinen im Mai und Juni in kleinen, blattachselständigen Schirmtrauben. Die Blüte ist unscheinbar, 4-5 mm breit, eingeschlechtlich und zweihäusig verteilt. Sie besteht aus 4 Kelchblättern und ist eine kleine, grüne, duftende und Honig liefernde Schalenblume.
Früchte und Samen:
Der Purgier-Kreuzdorn bringt von August bis September dunkelviolette, erbsenförmige Steinfrüchte mit bis zu 4 dreikantigen Steinkernen hervor. Die Früchte haben eine saftig-fleischige Textur.
Rinde:
Die jungen Zweige des Purgier-Kreuzdorns sind grau bis graubraun. Die Stammrinde bildet im Alter eine schwarzbraune, feinrissige und querrunzelige Oberfläche.
Wurzelsystem:
Die Hauptwurzeln sind tiefgehend und weit ausgebreitet. Der Purgier-Kreuzdorn neigt zur Bildung von Wurzelsprossen.
Holz:
Das Holz ist zerstreutporig aufgebaut und gekennzeichnet durch einen schmalen, grauen bis gelblich-weißen Splint mit einem lebhaft von gelb bis rot gefärbten Kern. Die Jahresringe auf dem Querschnitt sind zierlich geflammt oder marmoriert. Die Jahrringgrenzen sind gut erkennbar. Das Holz ist hart, schwer und dauerhaft. Es lässt sich daher zwar schwer spalten, aber dennoch gut bearbeiten.
Verbreitung, Standort, Ökologie:
Der Purgier-Kreuzdorn ist eine Licht- und Halbschattenpflanze. Er ist anspruchslos und außergewöhnlich anpassungsfähig und wächst meist auf trockenen und kalkhaltigen Böden, sowie in Auwäldern. Er bevorzugt sonnige Hecken, Gebüsche und Waldränder. Der Purgier-Kreuzdorn ist besonders in Mitteleuropa verbreitet, hier von der Tiefebene bis auf eine Höhe von 1300 m. Er kommt auch in Vorderasien, Mittelasien und Nordafrika vor.
Nutzung:
In der Kulturlandschaft ist der Purgier-Kreuzdorn gut geeignet zur Verfestigung von Schüttböden, Rohböden und Böschungen und findet Anwendung in der ingenieurbiologischen Bautätigkeit. Die getrocknete Rinde und die getrockneten Steinfrüchte dienen als Abführmittel und als Blutreinigungsmittel. Aus den unreifen Beeren wird grüne Farbe hergestellt. Des weiteren findet das Holz in der Drechslerei Verwendung.
Besonderheiten:
Die frischen Früchte und die Rinde sind durch das darin enthaltene Glycosid Emodin giftig.
Quellen:
Bartels, H.(1993) Gehölzkunde: Einführung in die Dendrologie. Stuttgart: Ulmer
Spohn, M. & Spohn, R. (2020) Kosmos- Naturführer: Welcher Baum ist das?. Franckh-Kosmos
Schulz, B. (2019) Knospen und Zweige Ulmers Taschenatlas. Ulmer Eugen Verlag
GBIF. (besucht am 11.06.2024). Rhamnus cathartica L. https://www.gbif.org/species/3039491
Schütt, P. & Lang, U. (besucht am 03.07.2024). Enzyklopädie der Holzgewächse. https://onlinelibrary.wiley.com/doi/epdf/10.1002/9783527678518.ehg1995015
Schütt, P. Schuck, H.J. & Stimm, B. (2013). Lexikon Der Baum- und Straucharten Das Standardwerk der Forstbotanik 2. Auflage. WILEY-VCH Verlag
Lohmann, M. (1994). Bäume und Sträucher Bestimmen auf einen Blick 2. Auflage. BLV Verlagsgesellschaft mbH München


