Systematik

Ordnung: Lamiales (Lippenblütlerartige)

Familie: Oleaceae (Ölbaumgewächse)


Kurz und bündig

Ligustrum vulgare ist ein Sommer- bis halbimmergrüner Strauch. Er ist heimisch und die einzige europäische Ligusterart.


Gestalt und Gesamtbild

Der Liguster ist reich verzweigt und hat einen aufrechten Wuchs. Er wird 5-7m hoch und bildet Ausläufer sowie Absenker.


Blätter

Die Blätter sind gegenständig angeordnet und sind schmal eiförmig bis lanzettlich, mit einer Länge von 3-6cm. Sie sind kahl, derb, ganzrandig und haben einen kurzen Stiel. Die Blattoberseite ist dunkelgrün, die Unterseite hellgrün. Im Herbst sind die Blätter zunächst grün, können sich aber auch violett färben. Die Blätter haften lange am Zweig, vor allem in milden Wintern.


Knospen

Die Knospen sind klein, rund und grün. Die Blattnarben sitzen auf Kissen.


Blüten und Blühzeitraum

Die Blüten stehen in 6cm langen Rispen, welche sich am Zweigende befinden. Die einzelnen Blüten sind klein und weiß. Der Duft ist unangenehm. Die Bestäubung erfolgt durch Bienen und andere Fluginsekten.

Die Blütezeit ist im Juni und Juli.


Früchte und Samen

Die Früchte sind kugelig, 5-6mm dick und glänzend schwarz. Die Beere enthält 2-4 Samen und werden durch Vögel verbreitet. Reif werden sie im August/September und überwintern teilweise. Die Früchte sind für den Menschen schwach giftig.


Rinde

Eine Borke wird nicht gebildet, das Abschlussgewebe ist ein graues Oberflächenperiderm, welches mit Lentizellen versehen ist. Die jungen Triebe sind grün und an der Spitze fein behaart.


Wurzelsystem

Das Wurzelsystem ist sehr dicht und flach. Die tiefen Zweige wurzeln leicht.


Holz

Der Liguster bildet nur schwache Stämme mit einem halbringporigen, gelblich-weißlichem Splint und einem gelblich-braunen Kern. Das Holz ist hart und schwer.


Verbreitung, Standort und Ökologie

Die natürliche Verbreitung ist in der nemoralen Zone in Europa, Nordafrika, Türkei, Kaukasien und Nord-Iran.

Der Liguster ist schattentolerant. Häufig ist er in Flussauen, Gebüschen oder lichten Wäldern zu finden. Dort ist er meist auf nährstoffreichen Böden. Auch auf Südhängen ist er anzutreffen.


Nutzung

Aufgrund der intensiven Durchwurzelung wird der Liguster als Bodenbefestigung eingesetzt und ist ebenfalls gut als Heckenpflanze geeignet. Das Holz kann für Drechselarbeiten genutzt werden und die jungen biegsamen Zweige zur Korbflechterei. Im Frühsommer dient der Liguster als Bienenweide und die Beeren dienten früher als roten, blauen und schwarzen Farbstoff.


Pathologie

Für Pilzerkrankungen ist der Liguster eher unempfindlich. Meist sind Schädlinge Insekten und Viren. Zum Beispiel die Liguster-Blattlaus oder die Gelbfleckigkeit durch einen Virus.


Besonderheiten

Der Ligustrum vulgare ist nicht nur für Insekten wichtiger Pollenlieferant, sondern dient als wichtige Nahrungsquelle für Vögel und als Habitat für Vögel, Säuger und Insekten.

Die tatsächliche Giftigkeit des Ligusters ist nicht eindeutig geklärt. Bei Verzehr durch den Menschen werden allerdings Erbrechen und Durchfall hervorgerufen.


Quellen

Bartels, Horst (1993): Gehölzkunde. Einführung in die Dendrologie. Stuttgart: Ulmer.

Fitschen, Jost; Aas, Gregor (2023): Gehölzflora. Ein Buch zum Bestimmen der in Mitteleuropa wild wachsenden und angepflanzten Bäume und Sträucher. 14., überarbeitete und erweiterte Auflage. Wiebelsheim: Quelle & Meyer Verlag.

Roloff, Andreas; Bärtels, Andreas; Schulz, Bernd (2014): Flora der Gehölze. Bestimmung, Eigenschaften und Verwendung; mit einem Winterschlüssel von Bernd Schulz. 4. Auflage. Stuttgart (Hohenheim): Eugen Ulmer KG.

Schütt, Peter; Roloff, Andreas; Weisgerber, Horst; Lang, M. Ulla; Stimm, Bernd (2007): Enzyklopädie der Holzgewächse. Handbuch und Atlas der Dendrologie. Weinheim: Wiley-VCH. Online verfügbar unter https://onlinelibrary-wiley-com.eaccess.tum.edu/doi/10.1002/9783527678518.ehg1995030

https://www.baumkunde.de/Ligustrum_vulgare/ (Aufgerufen am 03.09.2024)

https://www.lfl.bayern.de/mam/cms07/publikationen/daten/informationen/heimische-gehoelze-unserer-kulturlandschaft_lfl-information.pdf (Aufgerufen am 03.09.2024)





















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