Systematik:
Ordnung: Coniferales
Familie: Pinaceae
Unterfamilie: Laricoideae
Kurz und bündig:
Pseudotsuga menziesii ist ein Neophyt Nordamerikas, der in Deutschland langjährige und positive Anbauerfahrungen hat. Als große Konifere fällt sie in älteren Beständen neben unseren heimischen Arten schnell auf. Durch ihre markanten Zapfen und recht eindeutigen Nadelform ist sie schnell zu bestimmen.
Gestalt und Gesamtbild:
Die Douglasie ist ein immergrüner Nadelbaum mit sehr guter Wuchsleistung, der auf guten Standorten 70 bis 80 m hohe Bestände mit einem BHD von bis zu 220 cm bilden kann und in Einzelfällen Dimensionen der Mammutbäume erreicht. Die nahezu zylinderförmigen Stämme können einen großen Teil astfrei sein und enden in einer großen unregelmäßigen und abgeflachten Krone, dessen Äste fast waagerecht abstehen. Sie sind mit mehr als 500 Jahren sehr langlebig.
Blätter:
Die Nadeln der Douglasie sind einzeln spiralig, oder gescheitelt angeordnet und stehen spitzwinklig an einem 0,5 bis 1 mm langen Stiel vom Zweig ab. Sie werden 2 bis 3,5 cm lang, 1 bis 1,5 cm breit, sind abgeflacht und haben eine abgerundete Spitze. Die Nadeln sind je nach Variante grün (menziesii) bis blaugrün (glauca) und haben auf der Unterseite 2 schmale Wachsstreifen. Der Nadelrand ist glatt und die Nadel kahl. Die weichen Nadeln lassen sich einfach zerreiben und geben dann ein starkes Orangenaroma von sich. Wenn sie nicht für einen Geruchstest gezupft werden, verweilen sie 5 bis Jahre am Zweig.
Knospen und Triebe:
Die spindelförmigen und spitz zulaufenden Knospen werden bis zu 12 mm lang, sind glänzend rostbraun und nicht harzig.
Die grün rötlichen Triebe sind rund, meist kahl, aber können kleine Haare aufweisen. Abgefallene Nadeln hinterlassen auf ihnen elliptische Narben.
Blüten und Blühzeitraum:
Ab dem 12 bis 15 Lebensjahr fruktifiziert die Douglasie und blüht von April bis Mai. Dadurch, dass die Douglasie einhäusig ist, trägt ein Zweig sowohl 2cm lange gelb bis rote männliche Blüten und 3 cm lange grüne bis rote weibliche Zapfenblüten. Bestäubt wird dann durch den Wind.
Früchte und Samen:
Im August bis Oktober des ersten Jahres erreichen die Zapfen ihr Reife. Diese hängen vom Ast herab, sind anfangs grün und noch dicht verschlossen, werden dann braun und im Ganzen abgeworfen. Sie haben einen 8 bis 12 mm langen Stiel, sind 4 bis 11 cm lang und 2 bis 4 cm breit. Markant bei den Zapfen sind die Deckschuppen da diese 1 bis 2 cm über die Samenschuppen herausragen und dreizipfelig sind. Der mittlere Zipfel ist schmal und länglich, was den Zapfen aus der Entfernung etwas wollig aussehen lässt.
Die Samen selbst sind eiförmig, 5 bis 7 mm lang und haben in etwa gleichlange Flügel.
Rinde:
Bei jungen Bäumen ist die Rinde silbergrau mit vielen horizontal-elliptischen Harzblasen. Bei alten Bäumen kann sich dann eine bis zu 10 cm dicke Borke bilden. Diese ist dann dunkelbraun und teilweise tief aufgerissen, wodurch hellbraune stellen hervortreten.
Wurzelsystem:
Je nach Bodenverhältnissen kann die Douglasie eine 1,5 m tiefe Herzwurzel oder eine Tellerwurzel ausbilden. Zwischen einzelnen Individuen kommt es häufig zu Wurzelverwachsungen. Zudem leben Douglasien in starker Symbiose mit Mykorrhiza.
Holz:
Das Holz der Douglasie besteht aus breiten Jahrringen bei denen der Früh- und Spätholzanteil in etwa der gleiche ist und deren Übergang graduell verläuft. Das Splintholz ist gelb bis weiß, der Farbkern ist rötlichbraun bis rosa. Trotz eines mit 4,5 % relativ hohem Harzanteil sind die Harzkanäle sind klein und nur spärlich vorhanden.
Das Holz ist hart und liegt mit einer Darrdichte von 510 kg / m3 im Mittelfeld der europäischen Nutzhölzer. Zudem hat das Kernholz der Douglasie eine sehr hohe Dauerhaftigkeit.
Verbreitung, Standort und Ökologie:
Pseudotsuga menziesii ist im Nordwesten Amerikas beheimatet. Dort unterscheidet man sie in zwei Varietäten.
Die Grüne oder Küstendouglasie Pseudotsuga menziesii var. menziesii kommt, wie ihr Name sagt in den Küstenbereichen von Vancouver, Oregon und Kalifornien vor.
Die Blaue oder Inlandsdouglasie Pseudotsuga menziesii var. glauca kommt dagegen etwa 20 Längengrade weiter östlich im Bereich von Nevada, Utah und Idaho vor.
Künstlich würde die Küstendouglasie 1827 nach Europa eingeführt und ist seitdem in fast allen europäischen Ländern flächig vertreten. Daher beziehen sich die folgenden Daten auf diese.
Sie ist eine Art der wintermilden Lagen in unteren Bergstufen, aber wächst auch in Höhen von bis zu 1.830 m über NN. Bevorzugt wächst sie auf lockeren tiefgründigen und lehmig- humosen Böden und ist auf Kalkreichen-, sowie schweren Lehm- und Tonböden ungeeignet. Sie ist Niederschläge von 760 bis 3.400 mm gewohnt, kann aber je nach Herkunft auch mit deutlich weniger auskommen. In der Jugend ist die Douglasie schattenfest, benötigt aber im Alter deutlich mehr Licht. Sie wächst sowohl als Begleitart, als auch in Reinbeständen.
Nutzung und Verwendung:
Die Douglasie ist dank ihrer hohen Wuchsleistung und guten Holzeigenschaften eines der weltweit wichtigsten Nutzhölzer. Hauptsächlich wird sie als Sägeholz für die Bau und Möbelindustrie sowie alle Tätigkeiten, die ein Dauerhaftes Holze brauchen verwendet. Auch wird sie zur Holzfasergewinnung genutzt.
Besonderheiten:
Durch ihre enorme Wuchsleistung hat sie eine der höchsten Kohlenstoffbindungen unter den Koniferen der gemäßigten Zone.
Die dicke Rinde dient in ihrer Heimat als Schutz vor Waldbränden und bietet ihr so einen Vorteil gegenüber konkurrierenden Arten, da die Elternbäume nach einem Feuer weiterhin Nachwuchs bilden können.
Quellen:
Hermann R K (2014): Pseudotsuga menziesii, in: Stimm B, Roloff A, Lang U M und Weisgerber H (Hrsg.), Enzyklopädie der Holzgewächse: Handbuch und Atlas der Dendrologie, Wiley-VCH Verlag
Fitschen J (2015), Schmidt P A und Schulz B (Hrsg.): Gehölzflora, 14 Auflage, Quelle & Meyer Verlag
https://www.waldwissen.net/assets/FVA/Waldwirtschaft/Artensteckbriefe_2.0/Douglasie.pdf (25.05.2024)
https://www.baumkunde.de/Pseudotsuga_menziesii/ (25.05.2024)
