Systematik:
Ordnung: Cornales
Familie: Cornaceae
Kurz und bündig:
Cornus mas ist ein heimischer Strauch mit essbaren, leuchtend roten Steinfrüchten. Er hat eine recht große ökologische Bedeutung für Insekten und Vögel. Von Cornus sanguinea ist die Kornelkirsche anhand der Achselbärtchen der Blattnerven deutlich zu unterscheiden.
Gestalt und Gesamtbild:
Als sommergrüner und dichter Strauch wächst sie auf 1 bis 5 m Höhe heran. Vereinzelt kann die Kornelkirsche auch als Baum mit bis zu 8m Höhe vorkommen. Sie hat ein intensives Austriebvermögen und füllt so schnell Lücken. Bis zu 100 Jahre kann sie alt werden. Durch die verschiedenen Wuchsformen variieren ihre Stammdimensionen stark.
Blätter:
Die Kornelkirsche hat 4 bis 10 cm lange und 2,5 bis 4 cm breite, eiförmige Einzelblätter mit spitz zulaufender Spitze. Ihr Stiel ist mit 8 bis 10 mm recht kurz und mündet ein einen leicht versetzten Spreitengrund. Sie sind ganzrandig und haben eine Bogennervatur, bei der die 4 bis 6 Paar Seitenerven auf der Unterseite deutlich hervortreten. Wichtig zur Unterscheidung mit Cornus sanguinea sind die in den Achseln vorkommenden weißen Bärtchen, da die Unterseite auch einzeln behaart ist. Das Blatt ist einheitlich grün, unterseits aber leicht glänzend und verfärbt sich im Herbst gelb. Wenn man das Blatt vorsichtig aufreißt, kann man einzelne Spiraltracheiden erkennen.
Knospen und Triebe:
Die gegenständigen Blattknospen stehen leicht vom Trieb ab und sehen aus wie zwei Hasenohren. Merke: „Cornus mas hat Ohren wie ein Has(e)“. Die etwa 7 mm langen Knospen sind schlank und werden von zwei bräunlichen und dicht behaarten Schuppen bedeckt. Blütenknospen hingegen sind deutlich größer und kugelig. Die Triebe sind dünn und länglich und recht gerade. Sie sind kurz behaart und grün, färben sich aber auf der lichtzugewandten Seite häufig rot. Ihr Querschnitt ist rundlich, aber wird zu den Knoten immer kantiger.
Blüten und Blühzeitraum:
Von März bis April blühen die bereits im Vorjahr angelegten Blütenknospen. Goldgelb ist die aus bis zu 20 kleinen Einzelblüten bestehende Dolde. Die Blüten sind zwittrig und werden über Insekten bestäubt.
Früchte und Samen:
Im August bis September erreichen die Steinfrüchte ihre Reife. Sie sind 12 mm lang, 5 mm breit und leuchtend rot. In ihnen befindet sich der bis zu 10 mm lange Steinkern der bis zu zwei Samen beinhaltet.
Rinde:
Die dunkelbraune Borke bildet sich recht früh, reißt kleinschuppig auf und blättert dann leicht ab.
Wurzelsystem:
Cornus mas bildet eine Herzwurzel aus, die zur Wurzelbrut fähig ist.
Holz:
Das Holz der Kornelkirsche ist zerstreuporig. Der tief rotbraune Kern wird von einem rötlich weißen Splint umgeben. Mit einer Rohdichte von 880 bis 1.030 kg/m3 ist es eins der schwersten heimischen Hölzer und ist zudem das Härteste unter ihnen.
Verbreitung, Standort und Ökologie:
Das natürliche Verbreitungsgebiet ist Mittel- bis Südosteuropa in subozeanischen Lagen. Sie wächst sowohl im Flachland als auch in den Bergen in 1.400 m Höhe. Sie ist wärmeliebend und bevorzugt kalkhaltige Böden, sowie den Halbschatten an sonnigen Hängen, Waldrändern, oder Gebüschen der Offenlandschaft. Selten wächst sie in kleinen Reinbeständen. Trotz ihres eher mediterranen Areals ist sie Winterhart.
Durch ihre frühe Blüte kann sie mit als erste Pflanze Insekten mit ihrem Nektar versorgen. Die Blätter und Knospen werden gerne von Hasen und Rehen gefressen, und die Steinfrüchte bieten Nahrung für diverse Vogelarten und Nager.
Nutzung und Verwendung:
Vereinzelt wird das Holz für Drechselarbeiten genutzt, aber eine große wirtschaftliche Bedeutung hat die Kornelkirsche aufgrund der geringen Dimensionen nicht. Häufig wird sie aber als Zierpflanze oder Hecke in Gärten oder Feldwegen. Aus den essbaren Steinfrüchten lässt sich Marmelade Kochen.
Besonderheiten:
Es gibt Züchtungsversuche, mit dem Ziel größere Früchte mit mehr Fruchtanteil zu bekommen.
Quellen:
Schütt P, Lang U M (2014): Cornus mas, in: Stimm B, Roloff A, Lang U M und Weisgerber H (Hrsg.), Enzyklopädie der Holzgewächse: Handbuch und Atlas der Dendrologie, Wiley-VCH Verlag
Fitschen J (2015), Schmidt P A und Schulz B (Hrsg.): Gehölzflora, 14 Auflage, Quelle & Meyer Verlag
https://www.baumkunde.de/Cornus_mas/ (30.05.2024)