Systematik:

Ordnung: Fagales

Familie: Fagaceae

Gattung: Fagus

 

Kurz und bündig:

Die sommergrüne Orientbuche stellt im Klimawandel eine Alternative zur Rotbuche dar. Ihre Wuchsleistung und Holzqualität ist mit die der Fagus sylvatica vergleichbar. Die aus Süd-Ost-Europa stammende Laubholzart ist schattentolerant und was den pH-Wert des Bodens angeht eher unspezifisch, dies macht sie zu einer konkurrenzstarken Klimabaumart.

 

Gestalt und Gesamtbild:

Die Orient-Buche kann bis zu 40m hoch werden, das entspricht circa 10m mehr als die eng verwandte Fagus sylvatica. Ihre Aststellung ist aufrechter, ihre Krone dichter und geschlossener als die der Rotbuche (Fagus sylvatica).

 

Blätter:

Die 8 bis 17cm langen Blätter der Fagus orientalis sind wechselständig angeordnet, verkehrt eiförmig und länglich. Sie sind kurz gestielt (0,5 bis 1,5cm lang) und hat anstatt neun Nervenpaaren wie die Rotbuche, elf. Die ovalen Blätter sind am Hauptnerv und Blattstiel der Jungblätter seidig behaart. Sie sind ganzrandig und stark gewellt, nach vorne spitz und zur Basis abgerundet. Teils sind können auch leicht schiefe Blätter vorkommen. Oberseits sind die Blätter glänzend und dunkelgrün, unterseits sind sie heller. Vor dem Abwurf verfärben sich die Blätter des sommergrünen Baums gelb.

 

Knospen:

Die ca 2cm langen Knospen der Fagus orientalis laufen spitz zu. Sie sind wie die Blätter wechselständig angeordnet und kurz gestielt.

 

Blüten und Blütenzeitraum:

April bis Ende Mai trägt die Orient-Buche weißliche Blüten, welche bis zu 5cm groß werden. Männliche Blüten befinden sich in hängenden, büschelartigen Blütenständen. Ihre Blütenhülle ist vier- bis sechs-lappig und nur circa bis zur Hälfte, nicht tief eingeschnitten. Weibliche Blüten kommen zu zweit vor.

 

Früchte und Samen:

Als Frucht bildet die Orient-Buche Buchecker aus. In jeder stacheligen Cupula (Fruchtbecher) befinden sich zwei der dreikantigen, 1 bis 2cm langen Nüsse. Sie sind glänzend dunkelbraun. Die unteren Borsten der Cupula sind spatelig verbreitert.

 

Rinde:

Die Rinde der Fagus orientalis ist glatt grau und meist heller als die der Fagus sylvatica.

 

Wurzelsystem:

Die Orient-Buche ist ein Herzwurzler, das bei hohem Grund- oder Stauwasserstand zu einem Flachwurzelsystem tendiert.

 

Holz:

Das Holz der Fagus orientalis ist von dem der F. sylvatica nicht zu unterscheiden und wird somit auch als Rotbuche verkauft. Es ist schwer, hart, stark, widerstandsfähig und somit zum Dampfbiegen geeignet.

 

Verbreitung, Standort und Ökologie:

Das natürliche Verbreitungsgebiet der Orient-Buche liegt im Kaukasus und dem Balkan, dem Süd-Osten Europas. Sie kommt in einer Höhe von 200 bis 2200m über dem Meeresspiegel vor. Die Art ist auf mäßig trockenen, lehmig und sauer bis stark basischen Böden zu finden. Sie bevorzugt sonnige bis halb-schattige Standorte, ist aber durchaus schattentolerant und konkurrenzstark.

 

Nutzung (und Verwendung):

Das Holz der Fagus orientalis wird als Furnier, Sperrholz, Konstruktionsholz, Bodenbelag, Brennholz, zum Möbelbau und in der Papierherstellung verwendet. Zudem kann Öl aus Bucheckern gewonnen werden. Stecklings-Vermehrung ist bei der Art nicht möglich, stattdessen werden Buchecker ausgesät.

 

Besonderheiten:

Die Gattung Fagus ist in ihrer Vorkommensregion die bedeutsamste Laubbaumart. Die Orientbuche wächst vor allem in der Jugend schnell und wird insgesamt höher als die Rotbuche. Da sie im Vergleich zur heimischen Rotbuche besser auf trockenen und warmen Standorten zurecht kommt, kann sie als Klimabaumart angesehen werden, welche eine potentielle Alternative zur Rotbuche drastellt.

 



Quellen:
















































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