Systematik:

Ordnung: Malpighiales

Familie: Salicaceae

Gattung: Salix

Art: Salix fragilis 


Kurz und bündig:

Die Bruchweide wurde vermutlich aus dem Orient mit Kulturmaßnahmen eingeführt. Die 1- bis 3-jährigen Triebe knacken bei leichtem Druck meist glatt ab, daher der Name.



Gestalt und Gesamtbild:

Salix fragilis ist ein hoher Strauch oder Baum mit bis zu 20 m Wuchshöhe, die bereits in  jungen Jahren eine breite Krone besitzt. Die Bruchweide ist auch im Alter noch tief beastet.

Im Unterschied zur Silberweide besitzt die Bruchweide kahle Blätter, Knospen und Triebe.



Blätter:

Die Blätter sind länglich lanzettlich und können bis zu 18 cm lang werden. Oben sind sie glänzend dunkelgrün, unten hellgrün, oder bräunlich. Sie sind ganz kahl und unbehaart, wobei der Rand fein gesägt ist.


Knospen:

Wie die Blätter sind auch die Knospen bei der Bruchweide kahl.


Blüten und Blühzeitraum:

Die Blüte findet im April bis Mai statt. Bei Salix fragilis sind die männlichen Kätzchen 2-5 cm lang und Gelb. Die weiblichen Blüten sind grünlich und können bis zu 10 cm lang werden. 



Früchte und Samen:

Die Bruchweide besitzt Kapseln mit Samen, wobei die Samen eine wollige Behaarung besitzen, die als Flugorgan dient.



Rinde: 

Die Borke ist dunkelbraun und von kreuzförmigen Leisten belegt, anfangs ist sie schuppig und später tief gefurcht,


Wurzelsystem:

Salix fragilis besitzt wie bei den Weidenarten üblich ein eher flaches Wurzelwerk.


Holz:

Das Holz besitzt einen gelblichroten Kern, ohne Markflecken.


Verbreitung, Standort und Ökologie:

Das Verbreitungsgebiet von Salix fragilis liegt in Europa, Westsibirien und Südwestasien. Dort kommt sie vorwiegend in Fluss- und Bachauen auf meist kalkarmen Böden vor.


Nutzen

Die Bruchweide wurde früher als Kopfweide zur Gewinnung von Flecht- und Bindwerk gepflanzt. Die Ruten non Salix fragilis eignen sich auch zum Flechten von Körben.



Besonderheiten:

Die dünnen Zweige brechen leicht mit einem Knacken und einem glatten Bruch an der Stammbasis ab. Die abgebrochenen Zweige können wieder Wurzeln austreiben und sich so vermehren.

Manchmal kann es zu einer Bastardbildung mit der Silberweide kommen, dabei entsteht Salix x rubens.



Quellen:

Pirc, Helmut (2004): Bäume von A-Z, Erkennen und verwenden, Stuttgart, 177

Zauner, Georg (1998): Laubbäume, München, 9. Auflage, 18-19

Amann, Gottfried (1993): Bäume und Sträucher des Waldes, Augsburg, 16. Auflage, 123

Mitchell Alan: Pareys Buch der Bäume, Hamburg, 2. Auflage,1987

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