Systematik:
Ordnung: Apiales
Familie: Araliaceae
Unterfamilie: Araliaoideae
Kurz und bündig:
Hedera helix ist eine Liane mit markanten dunkelgrünen derben und glatten Blättern, die man Häufig an Bäumen oder Fassaden auffinden kann. Durch den späten Blühzeitraum ist es ein wichtiger Nektarspender für Insekten.
Gestalt und Gesamtbild:
Efeu kommt sowohl als flächiger Bodenbedecker, als auch als Kletterer an anderen Pflanzen vor. So kann es von einem anderen Baum gestützt, bis in 30 m Höhe wachsen und über seine 450 Jahre Lebenszeit bis zu 1 m breite Sprossen bilden. An sonnigen Stellen bildet es dann verhältnismäßig große Kronen mit Blütenständen aus und kann so einen ganzen Baum samt Krone unter sich verstecken.
Blätter:
Die wechselständigen, ledrigen Blätter des immergrünen Efeus sind auf der Oberseite dunkelgrün, die Unterseite ist hellgrün. Im Winter färben sich die Blätter häufig braunrot. Junge Blätter können anfangs spärlich behaart sein, sind im Alter aber kahl. Die Blattdauer beträgt etwa 3 Jahre. Aus dem Blattgrund entspringt die 2 bis 5 rippige Blattnervatur, die Fiederstrahlig durch das Blatt verläuft. Die Blätter werden bis zu 10 cm lang und 8 cm breit, mit einem von 1 bis 10 cm in der Länge variierendem Blattstiel.
Der Efeu verfügt über eine große Variation in der Blattmorphologie, sodass man an einer Pflanze die unterschiedlichsten Formen finden kann. Die Formen der Blätter lassen sich den in 2 Eigenschaften aufgeteilten Triebarten zuteilen.
An den Kriech und Klettertrieben befinden sich die als Jugend- oder Schattenblatt bezeichneten Blätter, die dort zweizeilig angeordnet sind. Diese sind am Blattgrund meist herzförmig und haben 3 bis 5 bugartig gebogene Lappen, welche von stumpfwinkligen oder abgerundeten Buchten getrennt sind. Dabei ist der Mittellappen häufig breiter als lang.
An der zweiten Triebart, den Blütentrieben befinden sich die Alters- Sonnenblätter. Diese teilweise lang zugespitzten, eiförmigen Blätter stehen spiralig an den Trieben, wobei die Blattbasis eher kegelförmig ist.
Bei Schatten- und Sonnenblättern ist der Blattrand jeweils ganzrandig.
Knospen und Triebe:
Die Blütenknospen des Efeus sind grauweiß, die vegetativen Knospen sind gelbgrün. An den Jung- und Alterstrieben befinden sich jeweils vegetative End- und Seitenknospen. Bei den Jungtrieben wird die Endknospe von 2 Knospenschuppen bedeckt, wohingegen die Seitenknospe von nur einer Schuppe bedeckt wird. Die Endknospen der Alterstrieb haben 3-4 Blattgrundschuppen und die Seitenknospen werden von 6-7 scheidigen Knospenschuppen bedeckt.
Wie bereits erwähnt Haben die Jung- und Alterstriebe unterschiedliche Funktionen und Eigenschaften.
Die mit grauen Sternhaaren besetzen, grünen Jungtriebe bilden auf der sonnabgewandten Seite je nach Bedarf Kriech- oder Klettersprossen mit guten Wuchseigenschaften, welche sich mit saugnapfartigen Haftwurzeln an Oberflächen halten können.
An den Klettersprossen bilden sich dann die Alterstriebe, welche langsamwüchsig sind, und deren Aufgabe es ist die Blütenstände zu bilden.
Blüten und Blühzeitraum:
Hedera helix beginnt ab dem zehnten bis fünfzigsten Lebensjahr mit der Bildung ihrer nektarreichen Blüten im September und blüht teilweise bis in den Dezember hinein. Der Efeu ist eingeschlechtlich und wird durch Insekten bestäubt. Die 6 bis 10 cm langen Blütenstände bestehen aus 3 bis 6 Dolden mit jeweils ca. 30 Einzelblüten. Die etwa 5 mm großen Blüten sind fünfzählig und haben jeweils 5 Staubblätter.
Früchte und Samen:
Die ausgereiften blauschwarzen Steinfrüchte sind kugelig und haben einen Durchmesser von etwa 5 mm. Das Fruchtfleisch ist harzhaltig und schützt die die Steinkerne, von denen 3 bis 5 vorhanden sind. Die Verbreitung wird dann durch den Fraß von Vögeln übernommen.
Rinde:
Die Rinde ist grau, braun, grünlich und ist, wenn es sich um Kletter- oder Kriechsprossen handelt von unzähligen Haftwurzeln umgeben, welche den Stamm faserig oder wollig aussehen lassen.
Wurzelsystem:
Das Wurzelsystem teilt sich in Nähr- und Haftwurzeln auf. Nährwurzeln sind nur unterirdisch aufzufinden und sichern die Nährstoffe und Wasseraufnahme. Haftwurzeln bilden sich auf der Schattseite von Kletter- und Kriechsprossen und halten sich durch kleine Saugnäpfe an Oberflächen fest, können damit aber nicht andere Pflanzen zum Lebensunterhalt anzapfen. Sie sind nur recht kurzlebig und können sich, bevor sie verholzt sind, bei Bodenkontakt in Nährwurzeln umwandeln.
Holz:
Der Gemeine Efeu ist ein Halbring-, selten Zerstreuporer mit gelblichem Holz, das keinen Farbkern ausbildet. Das mäßig harte Holz hat bei einem Feuchtegehalt von 15 % eine Rohdichte von 360 kg/m3. Durch die spezielle Wuchsform ist das Holz meist drehwüchsig.
Verbreitung, Standort und Ökologie:
Hedera helix ist eine Mitteleuropäische Art dessen Gebiet sich von Marokko nach Schottland und im Osten bis ans Schwarze Meer und Griechenland erstreckt. Lediglich in den Tiefebenen Ungarns, dem Alpenvorraum und den südlichen Tiefebenen der Pyrenäen kommt es selten vor. In des Westalpen wächst es bis auf Höhen von 1.800 m über NN und im Kaukasus kommt es bis auf 2.000 m Höher vor. Efeu kann auf vielen Bodenarten wachsen, bevorzugt aber Kalkreiche Lehm- und Mullböden, und benötigt eine recht gute Wasserversorgung. Es wird als Schatten- bis Halbschattenart eingestuft, benötigt zu Blütenstandbildung aber sonnige Lagen. Durch seine späte Blüte ist sie sehr wichtig für viele Insekten, da diese so kurz vor dem Winter noch an Nektar kommen. Auf für viel Vogelarten ist der immergrüne und dichte Efeu ein geschützter Platz zum Nestbau.
Nutzung und Verwendung:
Durch seine Kriech- und Klettereigenschaft wird Efeu hauptsächlich für gärtnerische Zwecke als Bodenbedecker oder als Zaun- und Fassadenbewuchs verwendet. Beim Fassadenbewuchs ist allerdings auf die richtige Anwendung zu achten, das hohe Gewicht und durchaus hohe Dickenwachstum selbst bei großen Gebäuden schwerwiegende Schäden anrichten kann. Manche Blattextrakte werden zur Herstellung von Medikamenten verwendet.
Besonderheiten:
Durch die Eigenschaft an anderen Pflanzen emporzuwachen und das beachtliche Längen- und Breitenwachstum kann es auch großen Bäumen zur Gefahr werden, indem es bis in die Krone wächst und diese abdunkelt, oder durch die hohe Biomasse zu Brüchen führen kann. Zudem befinden sich in allen Pflanzenteilen Saponine, welche das Efeu giftig machen und teilweise zu allergischen Hautreizungen bei äußerlichem Kontakt führen können.
Quellen:
Schuck H-J (2014): Hedera helix, in: Stimm B, Roloff A, Lang U M und Weisgerber H (Hrsg.), Enzyklopädie der Holzgewächse: Handbuch und Atlas der Dendrologie, Wiley-VCH Verlag
Fitschen J (2015), Schmidt P A und Schulz B (Hrsg.): Gehölzflora, 14 Auflage, Quelle & Meyer Verlag
https://www.baumkunde.de/Hedera_helix/ (06.05.2024)
