Systematik:
Ordnung: Coniferales
Familie: Pinaceae
Kurz und bündig:
Die Normann-Tanne ist ein mächtiger Waldbaum, der bis zu 60 m hoch und bis zu 2 m stark werden kann. Ihr maximales Alter liegt bei ca. 500 Jahren. Sie dient bei uns als Park- und in Plantagen angebaut als Christbaum, wird aber außerhalb ihres natürliche Areals kaum forstlich angebaut. Sie ist in ihrem Aussehen, den ökologischen Ansprüchen und in der Holzqualität ähnlich Abies alba. Außerdem leidet sie stark unter Wildverbiss und Tannentriebläusen. In den ersten Jahren ist ihr Wachstum sehr gering, allerdings sind die Triebe bei einer Höhe von etwa 1,5 m schon ca. 45 cm lang und werden später auch noch länger. Im Vergleich zur Weißtanne weist sie keinen so starken Harzgeruch auf und wird als Weihnachtsbaum bevorzugt, weil ihre Nadeln nicht so schnell abfallen, wenn sie vertrocknen.
Gestalt und Gesamtbild:
Die Krone von Abies nordmannianableibt viele Jahre über kegelförmig. Später wird sie dann mehr oder weniger schmal- säulenförmig mit einem spitzen Gipfel. Gesunde Bäume kann man an der dichten Beastung gut erkennen.
Blätter:
Die graugrün bis olivbraunen Triebe der Nordmann-Tanne weisen nur verstreut (und auch nur ganz wenige) dunkle Haare auf und werden im 2. Jahr dann rostbraun. Die Belaubung ist variabel und kann von sehr locker bis außerordentlich dicht sein. Die Blätter sind mehrjährig, bis zu 3,5 cm lang und sind etwas derber als die der Weißtanne. An einem Baum können sowohl stumpfe, vorn eingekerbt als auch zugespitzte Nadeln vorkommen. Die Oberseite der Nadeln ist dunkelgrün gefärbt und glänzend, die Unterseite zeigt zwei weiße Wachsstreifen. Der Nadelansatz ähnelt dem der Weißtanne (eine Art Saugnapf), der Abstand zum nächsten ist aber geringer. Außerdem sind die Nadeln nur auf der Zweigunterseite oder an den Schattenzweigen zweizeilig ausgebreitet. Die dichtstehenden Nadeln verbleiben oft bis zu 6 Jahre lang am Baum.
Knospen:
Die Knospen sind stets harzfrei, stehen zu viert an der Triebspitze und bilden dadurch ein gutes Unterscheidungsmerkmal zu Weiß-Tanne. Von den vier Lateralknospen, die an der Spitze der Triebe stehen, zeigt eine nach unten (Ventraltrieb).
Blüten und Blühzeitraum:
Der Blütezeitraum ist April und Mai und die Bestäubung findet durch den Wind statt.Männliche Blüten haben eine kugelige Form, stehen dicht beieinander an der Triebunterseite älterer Bäume, sogar fast bis zu den Basalästen. Die weiblichen Blüten sind eiförmig, haben eine hell gelbgrüne Farbe und stehen nahe am Gipfel von älteren Bäumen.
Früchte und Samen:
Die Zapfen der Nordmann-Tanne sind bis zu 15 cm lang, mit zylindrischer Form und laufen an der Spitze kegelförmig aus. Sie haben zuerst eine blassgrüne, dann braune Farbe und befinden sich nur an einigen Ästen in der Spitze von älteren Bäumen. Die Deckschuppen der Zapfen sind auffällig zugespitzt und die Spitzen sind zudem umgeschlagen. Sobald die Zapfen reif sind, erhalten sie einen dunkelbraunen Farbton und bilden oft Harztropfen. Wie auch bei der Weiß-Tanne lösen sie sich am Baum auf. Die Verbreitung der Samen erfolgt durch den Wind.
Rinde:
An jungen Bäume ist die Rinde stumpf, grau und glatt. Im Alter wird sie dann graubraun bis schwarzgrau und weist eine in dicken Platten zerrissene Borke auf.
Wurzelsystem:
Nachdem die Nordmann-Tanne gekeimt hat, bildet sie eine Pfahlwurzel aus, die weit in den Boden reicht. Seitenwurzeln wachsen erst später. Durch das tiefreichende Wurzelsystem ist sie ziemlich sturmfest. Außerdem ist nicht bekannt, ob sie mit Wurzelpilzen Symbiose eingeht.
Holz:
Zwischen Kern- und Splintholz weist Abies nordmannianakeine Abweichungen auf, weshalb die Jahrringe gut zu erkennen sind. Im Holz entstehen kleine Harzkanäle, es ist biegsam und besitzt eine weißgelbliche Färbung.
Verbreitung, Standort und Ökologie:
Abies nordmanniana ist ein Waldbaum des westlichen Kaukasus und der Nordwest- Türkei. Dort wächst sie vor allem in Höhenlagen zwischen 900 und 2000m zusammen mit Picea orientalisund Fagus orientalis. Sie bevorzugt frische Standort und ist in Mitteleuropa ein beliebter Zierbaum, weshalb sie auch häufig in Parks zu finden ist.
Besonderheiten:
Die Nordmann-Tanne ist kaum von Schädlingen und parasitären Pilzen bedroht.
Quellen:
Mitchell, Alan: Die Wald- und Parkbäume Europas. Ein Bestimmungsbuch. Hamburg und Berlin: Paul Parey Verlag, 1974.
Bachofer, Mark/ Mayer, Joachim: Der Kosmos Baumführer. Stuttgart: Franckh-Kosmos Verlags GmbH & Co. KG, 2015.
Schütt, P./ Schuck, H.J./ Stimm, B.: Lexikon der Baum- und Straucharten. Das Standartwerk der Forstbotanik. Landsberg/ Lech: ecomed Verlagsgesellschaft mbH, 1992.
https://de.wikipedia.org/wiki/Nordmann-Tanne(besucht am09.07.2018; 15:39)
https://www.baumkunde.de/Abies_nordmanniana/(besucht am 09.07.2018; 16:03)
http://green-24.de/forum/abies-nordmanniana-nordmanntanne-t97873.html(besucht am 09.07.2018; 16:10)


