Sicherheit der eduroam-Konfiguration
Kurzinfo zur Sicherheit von eduroam:
- WLAN-Verschlüsselung: WPA2
- WLAN-Authentifizierung
- bevorzugt EAP-PWD (mit aktuellem Android oder Linux)
- ansonsten PEAP, alternativ TTLS, innen bevorzugt MSCHAPv2, alternativ PAP
- Für die sichere Authentifizierung muss das Root-Zertifikat für die Verbindung festgelegt, und der Name (d.h. der CN im SSL-Zertifikat) des Radius-Servers überprüft werden! Im Idealfall wird bei einem falschen Radius-Server keine Warnung ausgegeben, die man "wegklicken" kann, sondern die Verbindung gar nicht aufgebaut. Bei manueller Konfiguration von einigen Betriebssystemen ist dieses (gewünschte) Verhalten nur schwer zu erreichen!
- Werden WLAN-Profile mit den Configuration Assistant Tools (CATs) von https://cat.eduroam.org erstellt, so werden alle für eine sichere Verbindung notwendigen Parameter korrekt gesetzt. Ein Verbindungsversuch zum falschen Authentifizierungsserver scheitert wie gewünscht ohne Warnung.
Wir empfehlen die Verwendung von CAT-Profilen via https://cat.eduroam.org
Eduroam-Nutzung und Passwortweitergabe
Die Verwendung von eduroam mit einer persönlichen Kennung ist nur für eigene Geräte gestattet, insbesondere dürfen Passwörter nicht anderen zugänglich gemacht werden, etwa durch Speicherung auf gemeinsam genutzten IoT-Geräten (siehe Passwortrichtlinie).
Warum CAT-Profile installieren?
SSIDs von WLAN-Netzen sind frei wählbar. Angreifer sind leicht in der Lage eigene WLAN-AccessPoints namens "eduroam" zu bertreiben (Fake-eduroam-APs). Bei einem Verbindungsversuch mit diesen gelangt das eigene Passwort in die Hände des Angreifers.
Unter einer sicheren WLAN-Verbindung wird hier verstanden, dass man sich nur an solchen Accesspoints anmelden kann, die offizielle eduroam-Teilnehmer sind und die Authentifizierung an das LRZ (bzw. darüber an die Heimatorganisationen) weiterleiten, sodass das Passwort bei der WLAN-Anmeldung nicht in falsche Hände geraten kann und dass der Datenverkehr über WLAN sicher verschlüsselt ist.
Eine sichere WLAN-Verbindung mittels PEAP oder TTLS zu konfigurieren ist leider auf fast allen Betriebssystemen unnötig kompliziert oder sogar unmöglich. Durch Installation des WLAN-Profils via CAT wird der Aufwand für den Benutzer auf das Nötigste (Benutzername und Passwort) reduziert. Gleichzeitig werden neben notwendigen Optionen die "optionalen" Teile (Zertifikat und Name des Authentifizierungs-Servers) korrekt gesetzt. Alternative Konfigurationen werden verhindert, erst damit wird die Konfiguration sicher. Für die Identifizierung unseres Radius-Servers wird die Leibniz-Rechenzentrum eduroam CA installiert, die darauf beschränkt ist, nur Zertifikate für radius.lrz.de auszustellen. Mit dem WLAN-Profil wird keine Software installiert.
Warum kann ich den heruntergeladenen WLAN-Profilen vertrauen?
Über den https-Download kann sichergestellt werden, dass die Dateien von unserem Webserver oder von cat.eduroam.org stammen. Die verwendete CA ist hier verfügbar, unten sind auch die Fingerprints aufgelistet. Die WLAN-Profile bzw. deren Installer wurden mit der CAT-Software (Configuration Assistant Tool) erstellt, deren Source-Code frei verfügbar ist: https://github.com/GEANT/CAT
Die Leibniz-Rechenzentrum eduroam CA verwendet dieses Zertifikat: lrz_eduroam_ca.pem welches folgende Fingerprints hat (Windows zeigt bei der Installation den sha1-Fingerprint):
sha1 Fingerprint=69:89:9A:E3:4F:D4:17:A5:9B:F1:8A:B8:9E:CF:82:1F:89:49:0A:14 sha256 Fingerprint=8B:FA:9F:0B:7D:1B:8A:86:E4:09:CB:2A:76:E6:D3:18:54:2B:B1:45:BC:DA:0F:CA:A4:01:89:02:AC:5F:16:EC md5 Fingerprint=3F:94:0A:BF:17:64:C0:12:FF:CD:98:76:90:26:FE:51
Welche Folgen hat eine (nicht empfohlene) WLAN-Konfiguration ohne Zertifikatsüberprüfung?
Die WLAN-Konfiguration für eduroam ist ohne Zertifikatsüberprüfung einfacher, allerdings riskiert man damit nicht nur das Abhandenkommen des WLAN-Passworts (i.d.R. also seiner Nutzerkennung), sondern vereinfacht auch einen Man-in-the-Middle-Angriff, bei dem der Angreifer die volle Kontrolle über den Internetzugang des Opfers übernehmen, und ihn damit auf kompromittierte Seiten umleiten kann (siehe auch Man-in-the-Middle-Angriff bei wikipedia). Daher ist es ratsam, die WLAN-Profile zu verwenden oder, falls es kein passendes Profil gibt, die Zertifikatsüberprüfung "von Hand" zu konfigurieren.
Android benötigt kein TLS und kein Zertifikat
Android unterstützt EAP-PWD. Das ist ein Challenge-Response-Verfahren, bei dem sich der Cleint gegenüber dem Server authentisiert, aber auch der Server gegenüber dem Client. Beide beweisen sich gegenseitig, dass sie das Passwort kennen, ohne es zu übertragen, auf die Weise kann der Client sicher sein, dass er mit dem richtigen Server spricht, zumindest mit einem, der das Passwort bereits kennt.
Wozu dient die anonyme Identität
Bei Verwendung von PEAP oder TTLS wird die Authentifizierung zwischen dem Endgerät und dem Authentifizierungs-Server, der das Passwort kennt, verschlüsselt. Der Inhalt der Authentifizierungsnachrichten ist damit für die Komponenten zwischen Endgerät und Authentifizierungsserver (z.B. der WLAN-Accesspoint und der lokale Authentifizierungs-Server) nicht einsehbar. Damit diese Komponenten die Authentifizierungsnachrichten trotzdem an den richtigen Authentifizierungs-Server schicken können, ist es notwendig, den Authentifizierungsnachrichten eine unverschlüsselte Identität hinzuzufügen. Diese Identität kann für alle Benutzer des Authentifizierungs-Servers gleich sein, daher ist der Nutzer aus Sicht der Komponenten zwischen Authentifizierungs-Server und Endgerät anonym (bis auf die Zuordnung zum Authentifizierungs-Server). Beispiel: Der Student aus München mit der Kennung ab12cde verbindet sich in Bristol mit eduroam. Die innere Identität, ab12cde@eduroam.mwn.de, wird verschlüsselt, als äußere Identität verwendet der Student anonymous@eduroam.mwn.de. Der Accesspoint in Bristol schickt die verschlüsselte Authentifizierungsnachricht an den Authentifizierungsserver in Bristol und der schickt sie weiter an den nächsten, für eduroam.mwn.de zuständigen Authentifizierungs-Server. Die Nachricht wird weitergeleitet, bis sie auf radius.lrz.de ankommt, dort kann sie entschlüsselt und verarbeitet werden. Der Accesspoint und der Authentifizierungs-Server in Bristol sehen nur, dass sich ein Nutzer anonymous@eduroam.mwn.de im WLAN anmeldet (die MAC-Adresse ist dort allerdings sichtbar). Der Server radius.lrz.de sieht zwar, dass sich der Nutzer ab12cde mit eduroam verbindet, weiß aber (außerhalb des MWNs) nicht, wo er sich aufhält. Auf diese Weise wird die Anonymität des eduroam-Nutzers erhöht. Werden die Daten (Uhrzeit, MAC-Adresse in Bristol und Kennung im LRZ) abgeglichen, kann in besonderen Fällen die Anonymität aufgehoben werden.